Willkommen im Stricktagebuch von Michaela
... und immer ein paar Maschen auf den Nadeln
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2010-06-10
Stricken für eine gute Sache hat eine lange Tradition.
Dabei möchte ich zwei Arten unterscheiden. Zum einen das Stricken von Dingen, die den Bedürftigen direkt zugute kommen, zum anderen das Anfertigen von Strickwaren, die zugunsten Karitativer Einrichtungen, Organisationen etc. verkauft werden. Ich möchte mich auf die erste Variante beschränken.

Für meinen Bericht im Stricktagebuch habe ich ein wenig recherchiert, um den Ursprung des karitativen Strickens herauszufinden. Das ist mir leider nicht gelungen. Die ältesten Daten, die ich finden konnte, gehen auf das 17. Jahrhundert zurück, wo Decken und Kleidung für Waisenhauskinder und Arme gestrickt wurden, zumeist von Bürgersfrauen, die in kirchlichen Organisationen Stricknachmittage abhielten.
Diese Tradition kann man heute noch finden.
Sehr erstaunt hat mich, dass es Frauengruppen in Kirchengruppen gibt, die heute noch Lepra-Binden stricken, das habe ich zuletzt in den 60-er und 70-er Jahren bei der Katholischen Frauengruppe in meinem Heimatort gesehen.
Das Thema „Karitatives Stricken“ ist so vielschichtig, dass ich mit einem Seniorenstudium liebäugle, wo ich das Thema als Doktorarbeit verwursten könnte

In den angelsächsichen Ländern scheint das Charity Knitting etwas verbreiteter zu sein als hier. Beispielhaft möchte ich auf diese Seite aus England verweisen
http://www.eparenting.co.uk/knitfest/charityknitting.shtml
Und eine Zusammenstellung aus den USA von Interweave Knits
http://www.interweaveknits.com/community/charities.asp
Für Deutschland habe ich leider keine Zusammenstellung mit Aktionen gefunden, wo für einen guten Zweck gestrickt wird. Vielfach wird dies in kleinen Gruppen oder christlichen Gemeinden umgesetzt. Wobei hier nicht nur der Zweck im Vordergrund steht, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und die kommunikativen Elemente beim gemeinsamen Stricken. Kaffeekränzchen mit sinnvollem Nebeneffekt vor dem Hintergrund christlicher Nächstenliebe.
Indes gibt es seit einigen Jahren - dank Internet – etliche Aktionen, die deutschlandweit umgesetzt werden.
Meine erste Begegnung mit einer Kampagne, die überregional stattgefunden hat und meines Wissens die erste und größte ihrer Art, war Annies Aktion „Stricken für Frühchen“ http://www.stricknetz.net/fruehchenaktion/?PHPSESSID=6d6c70ea0aa06d97f41a632f4d6e2acd , die dann viele Nachahmer gefunden hat. Noch heute werden Kliniken mit selbstgestrickten winzigen Bekleidungsstücken für Frühgeborene versorgt. Eine Aktion aus der jüngeren Zeit ist das Stricken für totgeborene Kinder oder solche, die unmittelbar nach der Geburt gestorben sind, sogenannte Schmetterlings- oder Sternenkinder http://www.schmetterlingskinder.de/

Gehen wir wieder einige Zeit zurück. Es wurden nicht nur Dinge für die regional ausgeübte Wohltätigkeit gestrickt, sondern auch für Aktionen fern der Heimat. In den beiden Weltkriegen wurde erwartet, dass die Soldaten von den Frauen, Müttern und Töchtern zuhause mit Strickwaren versorgt wurden. Schneehauben, Pulswärmer, Kniewärmer, Handschuhe, Socken und Nierenwärmer wurden an die Front geschickt. Damit genügten die Frauen nicht nur einer gesellschaftlichen Norm, sondern unterstützten mittelbar den Krieg aus eigener Kasse. Teilweise wurden Kinderpullover aufgetrennt, um dem Vater Strümpfe an die Front senden zu können. Weibliche Fürsorge wurde knallhart für den Krieg ausgenutzt.

Aufgrund der Möglichkeiten im Internet können nun alle an internationalen Strickaktionen für einen guten Zweck teilnehmen. Hier spielt sicher eine Rolle, mit welcher Bedürftigen-Zielgruppe man sich identifizieren kann und welche Organisatoren die Werbetrommel am besten rühren. Und es kommt auch darauf an, welche Bedürftigengruppe am medienwirksamsten präsentiert werden kann. Obdachlose und Absolventen einer Chemotherapie haben dabei vermutlich einen geringeren Aufforderungscharakter. Säuglinge und Kinder gehen immer. Der Beschützerinstinkt greift hier besser und die herzustellenden Strickobjekte haben eine überschaubare Größe und heben den Niedlichkeitscharakter noch hervor.

Aber nicht nur Menschen werden karitativ bestrickt. Decken für Hunde und Katzen in Tierheimen oder sogar Kleidung für umweltgeschädigte Pinguine und Hühner werden von Strickerinnen genadelt, die sich dieser Geschöpfe besonders annehmen möchten.

Wenn man eine karitative Strick-Aktion als Ganzes betrachtet, stellt sich die Frage, wie die Aufwand-Nutzen-Relation für internationale Projekte sich gestaltet. Von einer heimischen Frauengruppe habe ich erfahren, dass der Versand von Kleidern und gestrickten Decken nach Tanzania beispielsweise längst eingestellt wurde, weil Versandkosten und Zölle enorm hoch seien und das Budget unzumutbar belasten würden. Für dieses Geld könne man vor Ort mehr Nutzen stiften als mit der Zusendung von Gestricktem. Man orientiere sich daher mittlerweile bei der Hilfeleistung an die osteuropäischen Staaten, wie Rümänien, Weißrussland und Polen.

Daher erscheint es mir sinnvoll, die gestrickten Sachen direkt an eine Organisation zu geben, die bei den Bedürftigen vor Ort tätig ist und ohnehin Hilfsgüter an die Betroffenen ausliefert. Ich habe mich aus diesem Grund entschlossen, bei der Aktion von Save The Children mitzumachen http://www.savethechildren.de/was-wir-tun/ueberleben-und-gesundheit/muetzenkampagne/waerme-schenken-zur-wm/ . In ähnlicher Weise wurde das Deckenstricken hier schon aufrgenommen http://www.knit-a-square.com/

Das Stricken meiner beiden Decken hat mich auf einige der oben angerissene Gedanken gebracht.
Ich habe dabei auch einmal ausgerechnet, auf welche Summe man kommt, wenn man Strickgarn, Versandkosten und Verschickung an die Zielgruppe berücksichtigt und bin auf Kosten zwischen 30 und 50 € für eine Decke gekommen. Da stellt sich schon die Frage, ob man für dieses Geld nicht ein ganzes Kleiderpaket einschließlich Decken für das bedürftige Kind zusammenstellen kann. Wenn man zu einer Spende in dieser Höhe aufgefordert würde, säße einem das Geld vermutlich nicht so locker.
Es muss also noch etwas anderes dahinter stecken, wenn man an einer solchen Aktion teilnimmt.
Das machen sich auch die Organisatoren der Aktion zunutze: Parallel zur Fußballweltmeisterschaft bekommt man natürlich besonders viel Aufmerksamkeit. Und da nicht jeder auf dem Fußballplatz die Nation vertreten kann, wird ein eigener Mitmacheffekt kreiert: das Antreten gegen Australien im Deckenstricken. Der Wettbewerb spornt natürlich an. Wenn dadurch den Kindern mehr Decken zugute kommen, ist das ein sinnvoller Effekt.

Ich habe mich allerdings nicht den Vorgaben unterworfen, Quadrätchen zu stricken. Ich bewundere Strickerinnen, die Patche stricken und zusammennähen, aber ich bin eher der Typ fürs großflächige.
Auch die Farbvorschläge in schwarz, rot, gold, um sich von den australischen Decken abzugrenzen, habe ich ignoriert. Eine schwarze Babydecke erscheint mir doch etwas zu hart.
Beide Decken sind mit verkürzten Reihen gearbeitet. Die rote besteht aus vier Patchen, 40 cm x 40 cm groß.
Die zweite Decke ist aus der Mitte herausgestrickt. Das blaue Garn ist ein Baumwoll-Flammée-Garn, das ich von Frau M aus J. bekam. Es waren ursprünglich 200g. Das eine 100 g-Knäuel verschwand auf der Bahnfahrt, wo mir der Wichtel geklaut wurde. Es war für ein anderes Projekt schon angestrickt gewesen. Nun wurde der verwaiste Strang in die Decke eingearbeitet. Hier die dreifarbige Decke auf halbem Weg http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j9-jpg.html
Jede Decke wiegt übrigens über 600g, was mich zu der Überlegung gebracht hat, warum in den Vorgaben 8-fädiges BW-Garn empfohlen wird, das mit Nadelstärke 6 verstrickt werden sollte. Die Decken werden schwer, was mich wieder auf die Transportkosten bringt. Aber auch, wie lange die Teile zum Trocknen brauchen, wenn sie einmal gewaschen werden. Meine Decken wurden mit Nadelstärke 5 verstrickt und ich konnte das BW-Garn meinem Vorrat entnehmen. Hier die rote Decke mit den weißen Linien
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ja-jpg.html
Weshalb ich mich auch gegen die kleinen Patche entschieden habe ist, dass die Rückseiten nicht so toll aussehen. Eine Abfütterung wäre angebracht, wie es auch einige Strickerinnen von Patchdecken getan haben. Ich hatte mir das auch überlegt, bin aber aufgrund des zusätzlichen Gewchts davon abgekommen. Bei mir sehen die Rückseiten auch ganz passabel aus.
Die Decken sind Eigenkreationen und es gibt dafür weder Vorlagen noch Anleitungen. Ich habe sie aus dem Kopf direkt auf den Nadeln umgesetzt.
Beide Decken wurden noch einer Kochwäsche unterzogen. Dabei blutete die rote Decke aus und das strahlende Weiß wich einem zarten Rosé. Hier aber die Originalfarbe
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-jb-jpg.html
Da unser heimisches Stricklädchen sich an der Aktion nicht beteiligt, werde ich die Decken wohl bei Wolle-Rödel in Freiburg abgeben.

2010-05-28
Damit man innere Stärke für den Nachfolger dieses Beitrag aufbauen kann, stellen wir hier zwei Easy-to-go-Projekte vor. Beide aus Jawoll Magic von Lang, eine Qualität, die unser Lädchen im Ort jedoch nur in wenigen Farben vorrätig hatte: Blau, Braun, Rost, Grün und dieses Magenta-Pink-Lila mit etwas Grün.
Es wird als Sockenwolle und in Superwash-Qualität gehandelt. Aber ebensowenig wie die Regia Hand Dye Effect oder die Lana Grossa Meilenweit, die in ähnlicher Struktur und ebenfalls mit Farbverläufen angeboten wird, würde ich diese niemals für Socken verwenden. Es sei denn, ich trüge diese nur an hohen Feiertagen in Hauspantoffeln mit weichem Futter, damit ja nichts abribbelt und dünn wird. Und ich traue auch der Superwash-Ausrüstung nicht mit dieser losen Verzwirnung. Wenn ich einmal einen Rest habe, werde ich einen Hardcore-Waschmaschinen-Test machen.
Allerdings habe ich bei Wolle-Rödel die Regia Hand Dye Effect zu einem Socken verstrickt gesehen. Die Maschenweite – er war eindeutig auf der Maschine gefertigt – war sehr klein, vermutlich um jedem Filzeffekt vorzubeugen.
Sei es drum: die Garne haben schöne Farbverläufe und sind für Mitnahmeprojekte wie kleine Schals, Tücher, vielleicht auch Handschuhe oder Mützen hervorragend geeignet.
Der Schal in kürbis-rost Farben ist nach der Anleitung „Citron“ gefertigt http://www.knitty.com/ISSUEwinter09/PATTcitron.php . Ich habe mich beim Stricken fast ein wenig gelangweilt. Statt der Rüschenkante habe ich einfach noch ein Segment angefügt, um eine maximale Größe zu erzeugen und das Knäuel aufzubrauchen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j7-jpg.html
Das einzig Spannende daran war: wie wird das Tuch nach dem kommenden Farbwechsel aussehen? und: wird das Garn für die Abkettreihe reichen? Das tat es nicht, aber dank umfassender Garnvorräte konnte ich die Abkettkante mit einem sich farblich einfügenden Sockengarn abschließen.
Da mir Rost gar nicht steht, kommt das Tuch in die Geschenkekiste. Fühlt sich übrigens am Hals sehr angenehm an und ist eine schöne Größe: weder zu klein, so dass man nicht wickeln kann, noch zu groß, dass man die Massen nicht unter den Anorak oder die Winterjacke verstaut bekommt.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j6-jpg.html

Der hauptsächlich magentafarbene Schal ist vermutlich einer der meistgestricktesten Modelle der beiden letzten Saisons. Kein Wunder, außer der simplen Machart bietet er auch jede Menge Gelegenheit, seine Sockenwollknäuel oder selbstgefärbten Garne zu vernadeln. Der sogenannte Bactus http://www.flickr.com/photos/norwayneedles/2963651011/in/set-72057594095697804/,0 bietet sich für vielerlei Varianten geradezu an.
Ich habe das 100g-Knäuel wiegetechnisch halbiert und wechselweise mit dem einen und dem anderen Knäuel in verkürzten Reihen gearbeitet. So entstand das Muster als Zufallsprodukt. Sollte ich das wieder machen, würde ich die Farbkombinationen vorher besser abgleichen, ich meine, das könnte harmonischer aussehen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j5-jpg.html
Dieser kleine Schal wurde als Geburtstagsgeschenk für die Schwiegertante gefertigt, die diese Farbkombination sehr liebt und den Schal auch gleich umgebunden hat.
Bei diesem Muster hat das Abwiegen allerdings keine präzisen Resultate gebracht. Mit dem Rest hätte ich gut noch 2-3 Segmente einfügen können.
Hier noch eine Detailaufnahme von der Musterbildung
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j3-jpg.html

Und noch etwas Lokalkolorit:
Bei einer meiner Fahrten zur Arbeit konnte ich einigen Feriengästen lauschen, die sich über die Familiennamen im Nachbarort wunderten. Sie berichteten sich gegenseitig, welche merkwürdigen Namen sie schon ausfindig gemacht hatten. Schließlich fasste ein Gast seine Eindrücke in Worte: „Stiefvater, Muckenhirn, Pfefferle, Gutmann, Ortlieb, das kling alles irgendwie so ... so ... abstrakt.“

2010-05-15
Auch eine geübte Strickerin baut mal Murks. Ich habe es geschafft, in der letzten Zeit drei Strickstücke zu verpfuschen. Zwei handgestrickte und ein maschinengestricktes.
Ich zeige euch meine Stümperei in homöpathischen Dosen. Das erste Teil ist leicht begreiflich, daher baue ich noch eine Geschichte mit ein. Nämlich die Story vom Garn.
Vor ca. drei Jahren fragte Tammina http://www.stricktagebuch.de/stb.php?stbid=180&datstart=0 im Stricknetz, wer außer ihr noch die ‚Creative Yarn Packs‘ von Rowan hätte. Die gab es in den 90-ern zum Testen von Farben und Qualitäten. Damit man sich etwas darunter vorstellen kann, hier ein Bild http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j2-jpg.html. Nun muss ich einen Einschub machen. Ihr wundert euch, dass ich ein drei Jahre altes Bild noch zücken kann? Von einem Ereignis, das längst vergangen ist? Tja, ich war auch erstaunt, dass sich die ganzen Computersicherungen, die ich regelmäßig mache, auch einmal auszahlen. Jedenfalls hatte ich die CD mit dem Bild in Nullkommanix aufgetrieben. * Eigenlob aus * .
Tammina und ich waren uns einig, dass die Qualität des Garnes hervorragend ist – man bekommt es heute noch – aber die Farbmischungen ... Kurz gesagt, Tammina und ich tauschten farblich passend aus, denn meine Auswahl war auch nicht prickelnd http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j1-jpg.html. Ich staune heute noch: ohne das Internet hätte eine solche Aktion nie stattfinden können.

Immer wieder machte ich Maschenproben, um das Garn einmal verwerten zu können. Aber ein richtig tolles Projekt fiel mir dazu nicht ein. Bis vor kurzem. Als Strickgeschenk wollte ich einen Spielzeugbehälter anfertigen. Oder einen Filzkorb für das aktuelle Strickzeug. Oder einen Korb für Zielwerfen mit gestrickten Bällen, also ein ungefährliches Kinderspielzeug. Dazu schienen mir die Farben sehr gut geeignet. Passend dazu suchte ich noch andere Garne aus meinem Wollvorrat, die auch vor sich hin singelnd auf Verwertung warteten.

Mit Nadelstärke 6 und knapp 700g Garn strickte ich den Balg des Behälters, der später in der Waschmaschine gefilzt werden sollte. Der kam auf beachtliche Größe. Hier habe ich ihn meiner schönen Helena über den nicht vorhandenen Kopf gestülpt http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-is-jpg.html .

Sehr anschaulich und auch als Warnung: wenn man auf eine bestimmte Größe hinaus will, sollte man mit dem verwendeten Garn immer eine Filzprobe machen. Das Ganze ist auf ein Drittel zusammengeschrumpft. Das Ganze? Leider nicht. Hier sieht das Ergebnis noch ganz gut aus http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-it-jpg.html . Auch die Standfestigkeit war ausgesprochen zufriedenstellend http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-iy-jpg.html . Das Ausmaß der Katastrophe zeigt sich bei näherer Inaugenscheinnahme des Behälterbodens: Da hatten sich zwei Garne eingeschlichen, die zwar mit ‚100% Wolle‘ ausgezeichnet, aber vermutlich superwash-ausgerüstet waren. http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-iv-jpg.html . Wie ich es auch drehte und wendete, das Teil war als Geschenk nicht mehr nutzbar.
Meine Überlegung war, die ungefilzten Teile heraus zu schneiden und passende Stücke nachzufilzen, einzunähen und ggf. zum Befestigen noch Nadel zu filzen. Aber ich hätte gewusst, dass es Flickwerk wäre und das ging mir gegen die Strickerinnenehre.
Aber es gibt jemanden, der sich über ein ausgesprochen luxuriöses Zubehör für sein Dasein erfreut: http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-j0-jpg.html

Um zarte Gemüter nicht weiter zu belasten, werden die weiteren Katastrophen in einem der kommenden Beiträge geschildert.

2010-03-22
Ist es euch auch schon so gegangen, dass ihr ein attraktives Muster hattet und dann kommt genau das richtige Garn dazu?
So war es mit der Panel Jacket von Carol Lapin. Kurz vor Weihnachten stieß ich auf diese Anleitung http://www.unicornbooks.com/pattern_RTpaneljacket-SQL3.asp
und kurz nach Weihnachten überraschte mich Ingrid mit einem überwältigendem Wollpaket. Ihr fiele nichts ein, was sie daraus stricken könne. Was für ein Glück für mich! Mir war völlig klar, was daraus werden sollte.
Das Garn stammt von Wollpoldi und ist handgesponnen. www.Wollpoldi.de . Eine Kaskade verschiedener Farbtöne mit Weinrot als Basis, ohne aufdringliche Buntheit. Die Bilder sind etwas aufgehellt, in Wirlichkeit ist die Jacke wesentlich dunkler. 780g des Garns habe ich vernadelt.
Ich habe das Garn doppelt mit Nadelstärke 5 verstrickt und kam nicht auf die angegebene Maschenprobe. Und als ich mit der Neuberechnung der Maße fertig war, habe ich auch gleich noch die Machart der Jacke in meinem Sinne optimiert.
Warum soll ich das Rückenpanel abketten, wenn ich die Maschen später zum Anstricken des Kragens benötige? Also diese Halsmaschen stillgelegt.
Wieso diese weit überschnittenen Schultern, wenn ich weiß, dass dies den Schulterbereich so in die Länge ziehen wird, dass die Ärmel mir dann an den Kniekehlen hängen werden und die Vorderteile hochgezogen werden? Also die Ärmel in Kugelform gefertigt.
Warum die Ärmel von unten und am Stück stricken? Ich habe von oben mit verlängernden Maschen die Kugel gestrickt und die Ärmel geteilt. So konnte ich an der zusammengesteckten Jacke die Ärmellänge genau abstimmen. Außerdem finde ich es ein hübsches Designelement, wenn die Zusammenstrick-Linie vom Hals zum Handgelenk führt.
Warum hinterher die Zier-Kordel an den Kragenrand anstricken? Man kann auch sofort so stricken, dass der Kragen von der Vorder- und der Rückseite gleichermaßen gut aussieht.
Ach so, ihr wollt wissen, wie man das macht? Rechts stricken, bis zu den letzten drei Maschen, zwei M. wie zum Linksstricken mit Faden hinten abheben, letzte Masche rechts. Wenden. Erste Masche wie zum Linksstricken abheben, Faden vorn. die nächsten beiden M links stricken, dann rechts weiter bis zu den letzten drei Maschen...
Schließlich die letzte Modifikation, um die Jacke figurfreundlich zu machen. Die Seitenpanels wurden so abgeschrägt, dass sie wie Brustabnäher wirken und der Jacke ein wenig Form verleihen.
Insgesamt habe ich die Jacke verlängert und es hat sich wieder einmal bewährt, eine Maschenprobe zu stricken und zu waschen. Die Bilder werden euch zeigen, warum.

Diese Jacke stach gleich mehreren ins Auge wurde in verschiedenen Varianten im www.strickforum.de gezeigt. Mit Genehmigung der Strickerinnen könnt ihr sehen, wie das Modell in anderen Garnen wirkt.
Das Modell von Ulrike in edlem Anthrazit, gestrickt aus "California" von Gedifra, einem Bändchengarn aus Baumwolle mit Poly. Sie hat den Kragen in einer anderen Farbpartie gestrickt, weil ihr die Wolle ausgegangen war. Der Nachschub kam dann von einer freundlichen Strickerin aus der Schweiz. http://i48.tinypic.com/kpb0l.jpg

Maren hat eine eigene Garnmischung zusammen gestellt, mit Seide dabei. Auch sie hat die Ärmel in zwei Teilen gestrickt und gekugelt. Ebenso wie ich hat sie die Kragenkante gleich mitgestrickt. Geklaut habe ich von ihr die Idee mit der Brustschrägung. Allerdings habe ich diese technisch etwas anders gemacht. Marens Jacke hat sich nach dem Waschen auch ganz von selbst verlängert. Maren betont, dass sie mit der englischen Anleitung und einer Übersetzungsliste gut zurecht gekommen sei, obwohl sie wenig Englisch späche. http://www.bilder-hochladen.net/files/9fp9-2h-jpg.html
Auch Tine hat die Jacke fasziniert. Sie hat ebenfalls mit einer schwarzen Garnmischung gestrickt, schwarzes 6-fädiges BW-Garn von den Wollsisters (ebay). Die Jacke sieht dann an der Person sicher extravagant aus. Hier das Modell noch ungewaschen. http://img163.imageshack.us/i/jackevy.jpg/ Die Verschlüsse von Tine und Ulrike sind einfach wunderschön. Und man sieht, dass die Jacke in verschiedenen Garnen immer gut aussieht.

Die Bilder von der Fertigstellung der anderen haben mich angespornt meine Jacke zügig zu beenden. Ich hatte sie kaum zwei Stunden an, da wurde sie schon überschwänglich gelobt. Am nächsten Tag brach dann meine Zahnärztin in helles Entzücken aus und wollte das Muster, damit ihre Schwiegermutter ihr die Jacke stricken könne. Sie meinte erst, das sei ein teures Designerstück und wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen, die Jacke sei handgestrickt.
Obwohl ich zu den Frauen von Format gehöre (von großem Format), sieht die Jacke einfach klasse aus. Neulich wurde doch die Wollschaf-Frage nach kleidsamen Strickstücken für beleibtere Personen gestellt. Das ist so eins. Allerdings soll man sie dann etwas länger machen.

Weil eine Fotoshow mehr sagt, als 1000 Worte, habe ich ein Video von der Jacke auf Youtube gestellt.
Ich bin mit der Bildqualität nicht so zufrieden. Das kommt daher, dass Youtube empfiehlt, nur Videos mit 2 MB hochzuladen, eine Fotoshow aber mindestens 5 MB hat, wenn man nicht schon vorher die Bildqualität reduziert.
Youtube rendert das also in passende Größe und das bringt Qualitätsverluste.
Die Begleitmusik hat übrigens mein Sohn komponiert und mit ein paar Freunden aufgenommen. Nicht in einem Tonstudio, sondern in einer Studentenbude mit haushaltsüblichem Aufnahmegerät für eine Hausarbeit in seinem Studienfach.
http://www.youtube.com/watch?v=T0Da5jd-ME8

2010-03-06
Wahrscheinlich kennen die wenigsten Stricktagebuchleser diese Decke, die ich vor einigen Jahren auf der Maschine gestrickt habe.
Diese 46-jährige Maschine hatte ich auf einem Flohmarkt für 20 € erstanden und freute mich, weil sie auch mittelstarkes Garn verarbeitet. Es gibt übrigens keine einzige genähte Naht an der Decke, alle Verbindungen wurden mit der Maschine gemacht.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-in-jpg.html
Diese Schrägstriche sind witterungsbedingt. Ein heftiger Schneesturm kam exakt dann auf, als ich die Kamera gezückt hatte.
Vorgegangen bin ich so:
Erst das Mittelteil mit den verkürzten Reihen gearbeitet, also das Quadrat mit der Diagonalen, dann außenherum die Balken, wie man es von der Blockhaus-Methode kennt oder sog. Log Cabin Technik.
Als ich genügend Quadrate beisammen hatte, wurden erst zwei zusammengestrickt, dann 2 x 2 Quadrate zu vieren. Die Vierer-Quadrate fügten sich dann zur Decke.
An den Ecken habe ich die Fäden vernäht und die kleinen Löchlein geschlossen, die an den zusammenstoßenden Ecken blieben. Alle anderen Fäden konnten eingewebt werden, beim Stricken.
Die Umrandung habe ich glatt-rechts gestrickt und die Ecken so geformt, wie man eine Socken-Bumerang-Ferse strickt, der Rand liegt also doppelt.
Ich habe für die Decke zwei volle Kunststoff-Kisten mit rot-getönten Wollresten verarbeitet. Die Rückseite wurde mit einem Rest Bourette-Seide gefüttert und an den Nähten der Quadrate habe ich durchgesteppt, damit Rückseite und Strickseite nicht verrutschen. Alles mit einer Aldi-Nähmaschine. Mit meinem jetzigen Pfäffchen wäre das vermutlich einfacher gegangen, denn die transportiert oben und unten. Aber man sieht: alles mögliche ist mit einfachen Mitteln machbar. Weil jeder von uns - einschließlich der Katze – die Decke inniglich liebt und sie im Dauereinsatz ist, wird sie auch öfter gewaschen: in der Maschine, Wolle, 40 Grad.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-il-jpg-nb.html

Davon wollte ich aber gar nicht berichten: sondern von den Wollresten der Decke.
Ich hatte wieder einmal Lust, ein paar Fließfelder zu stricken und es traf sich passend, dass es dafür ein Opfer gab: einen Neuankömmling auf Erden. Bei diesem wusste ich zu Beginn des Strickens noch nicht, für welches Geschlecht er sich entschieden hatte. In homöpathischen Dosen ist nun also auch Rosa dabei, aber ich hoffe, es wird verschmerzt. Die Mutter hat meines Wissens Färbekenntnisse und kann im Falle akuter Sehnervkrämpfe das Wollwerk umfärben.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ii-jpg.html
230 Grämmchen habe ich verstrickt und es wäre noch Garn für einen weiteren Strampelsack übrig.
Über Pucksäcke im Allgemeinen und Strampelsäcke im Besonderen hatte ich mich schon an anderer Stelle ausgelassen. Ich fand sie seinerzeit besonders praktisch, weil man nicht immerzu auf eine Decke achten musste, die irgendwie wurstelte oder entglitt. Insbesondere beim nächtlichen Wickeln im Halbdämmer war ich froh, keine kleinen Füßchen in irgendwelche Strampelhöschen frickeln zu müssen. Strampelsack über Windel und Wollschlüpfer und das Kind hatte es mollig warm. Man zieht den Strampelsack bis unter die Achseln. Bei diesem habe ich noch ein Gummiband zur Fixierung des Rippengestricks eingearbeitet, falls das Kind ein besonders lebhaftes sein wird. Ich habe das Gummiband mit Tinte für die Nachfüllung von Edding-Markierern gefärbt. Aufgrund des hohen Kunstfaseranteils ist das Tiefrot nach dem Ausspülen zu Rosa mutiert.
Auch beim Autofahren war der Sack damals sehr praktisch. Maxicosys oder wie die Henkelkörbe heutzutage heißen, gab es seinerzeit noch keine. An passender Stelle hatte ich damals einen Schlitz in den Strampelsack hineingemacht, damit der Gurt vom Kindersitz hindurchpasste. Diese Maßnahme muss noch mit der Kindsmutter abgesprochen werden, wenn sie den Sack im Fahrzeug verwenden will.

Es kommen zum Stricken mit verkürzten Reihen hin und wieder Fragen, wie das geht, dass am Ende wieder alles schön gerade wird, obwohl man doch krumme Formen strickt. Es hat mit den Eigenheiten der Geometrie zu tun: Zwei inverse schiefe Ebenen heben sich wieder auf. Ja, ich weiß, das hilft jetzt weiter. Nein. Es gibt bestimmte Vorgehensweisen bei der Markierung des Krümmungsverlaufs. Wenn man diese Markierungen ganz stumpfsinnig abarbeitet, gibt es keine Beulen. Was im Laufe des Strickens so aussieht, als würde man nie mehr ein gerades Ende erreichen, löst sich immer in Wohlgefallen auf. Hier sieht man auf der „Bodenseite“ des Sacks, wie die Krümmungen genau passend abgeschlossen werden und sich im weinroten Feld in gerader Linie treffen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ij-jpg.html
Man muss allerdings rechtzeitig entscheiden, den Abschluss einzuleiten. Da ich keine Zipfel an den Seiten wollte, habe ich die Unterkante leicht abgerundet. Auch diese Formgebung kann man in die Musterung gut einbeziehen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ik-jpg.html
Üblicherweise strickt man den Strampelsack in der Komplettgröße des Kindes, damit noch Wachstumsreserven im unteren Bereich sind. So habe ich das auch gemacht, jedoch hat der Sack das mit dem Wachstum falsch verstanden. Er selbst wuchs nach der Wollwäsche in der Maschine einfach um 10cm, so dass er nun eine ganze Weile nutzbar wäre. Falls der Sack kein „Daumen hoch“ der Eltern bekommt, kann er aber immerhin noch als Schlafdecke im Katzenkorb dienen.
So stelle ich mir ein passendes Geschenk vor: mit eingearbeitetem Plan B.

2010-02-19
Letztens hing eine Tüte an der Wohnungstür. Mit einer Stecknadel hatte meine Mutter einen Zettel drangeheftet: „Bund geht nicht mehr über die Hüften“.
Ich entnahm der Tüte einen Pullover, von dem ich noch genau wusste, wann ich ihn begonnen hatte: Fasnacht 1998.
Es war ein Winter mit ebensoviel Schnee, wie dieses Jahr. Ich erinnere mich deshalb so genau, weil meine Freundin und Kollegin und ich den freien Rosenmontag zum Kaffeetrinken und Plauschen, respektive von meiner Seite zum Stricken nutzen wollten. Meine Freundin las mir während des Strickens aus einem Gedichtband vor, den ein Landwirt aus ihrem kleinen Wohnort verfasst hatte. Wir bogen uns teilweise vor Lachen, denn die laienhaften Gedichte boten allen Anlass dazu und die Freundin schaffte es durch ihre Betonung, alles Komische aus ihnen herauszuholen. Ich erinnere mich noch genau an den Vers: „Gutedel ist die Kompression von gut und edel“, der bei uns bis heute zum Standardsatz bei bestimmten Gelegenheiten gehört. Dazu muss man wissen, dass Gutedel eine Weinrebe ist, die nur bei uns angebaut werden darf und der Wein aus dieser Traube ist nicht zu verachten.
Die Freundin starb noch im gleichen Jahr an ihrer schweren Krankheit, der Pullover ist nun schon 12 Jahre alt.
Gestrickt wurde er aus dem Baumwollgarn Mariposa, das es seinerzeit sehr günstig bei Aldi gab. Und die Qualität des Garnes ist gut, denn meine Mutter hat den Pullover gern getragen und viel gewaschen. Auf dem Flohmarkt erstand ich seinerzeit zahlreiche Röllchen mit Viscosegarn in Grün- und Blautönen, die ich mitlaufen ließ. Von den Ärmeln zieht sich ein breiter Zopf, der in eine Passe übergeht und sich dann am Halsausschnitt teilt.
http://komghlsg.multipic.de/aermel.jpg
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Ich erinnere mich, dass ich meiner Mutter den Pullover zu Ostern überreichte.
Nun war also der Bund zu eng geworden. Diesen hatte ich mit verteilten Zöpfen versehen, damit der nicht labberte. Das rächte sich nun.

Ich drehte den Pullover also zunächst auf links und fädelte zwei Reihen über dem Bund die Maschen auf eine dünne Nadel auf
http://qcirig8q.multipic.de/maschenaufnehmen9klein.jpg
Dann wurde zur Schere gegriffen.
http://qcirig8q.multipic.de/schere12klein.jpg
Es war ein böses Gefrickel, bis ich den Bund vom Rest getrennt hatte.
http://qcirig8q.multipic.de/abgetrennt1klein.jpg
Auf den Nadeln waren alle Maschen schön aufgenommen, denn ich hatte schlauerweise alles in Runden gestrickt.
http://qcirig8q.multipic.de/sauberemaschen11klein.jpg
Der Bund musste in die Bestandteile zerlegt werden, denn durch das viele Tragen, waren die Viscosefäden teilweise zerschlissen.
http://qcirig8q.multipic.de/trennung.jpg
Aus dem Hebemaschenmuster machte ich 2rechts-2links und wechselte dann zu 1rechts-1links, um italienisch abnähen zu können. Aus meinen Beständen hatte ich noch blaues Viscosegarn, das genau passte.
Das Endergebnis sieht ganz passabel aus
http://qcirig8q.multipic.de/finish5klein.jpg
Und nun ist der Pullover auch wieder hüftkompatibel.
http://komghlsg.multipic.de/ganz.jpg
http://komghlsg.multipic.de/halsvorne.jpg

2010-02-09
Manche Sachen beginnt man mit Enthusiasmus und beendet sie dann unwillig oder gar nicht, aber es gibt Modelle, da bedauert man geradezu, wenn sie fertiggestrickt sind. Es geht mir in meiner Frage um den Prozess des Strickens und nicht um das fertige Stück.
Welches war das absolute Lieblingsprojekt, das ihr gestrickt habt? Was hat es dazu gemacht (Garn, Muster, Schnitt ...)?
Habt ihr dann noch ein weiteres Modell gleicher Art gefertigt?
Gibt es auch ein Hass-Objekt?
Ich bedanke mich beim Wollschaf, dass es heute meine Frage drangenommen hat!

Das absolute Lieblingsprojekt war ein Herrenpullover aus einem Drei-Pagen-Heft von 1983. Das Heft hatte ich gerade kürzlich in der Hand und festgestellt, dass einige Modelle davon sich gerade wieder in die neue Strickmode einschleichen.
Besagter Pullover hatte eine V-Passe mit Zopfmuster über einem Korpus aus Patent. Ich habe diesen Pulli für meinen Vater, meinen Bruder, einen Freund meines Bruders und meinen eigenen damaligen Freund gestrickt. Da mein Bruder das Teil in die Maschine geworfen hat und mit den Jeans mitwusch, endete der Pulli als standfeste Skulptur und ich habe ihn nochmal gestrickt. Wahlweise wurde er mit zweifarbigem Patent, kontrastierender Passe oder einfarbig genadelt.
Da er in typischem 80-er-Jahre-Style gearbeitet wurde, passte er unter keine Jacke.

Gehasst habe ich ein Modell, das ich im Auftrag gestrickt habe, mit Garn, was mir dazu überreicht wurde. Das Garn war Kunstfaser übelster Sorte, klebte praktisch an den Nadeln, hatte eine scheußliche Farbe und wurde - egal mit welcher Nadelstärke - lappig.
Ein weiteres Hass-Objekt war ein Missoni-Pullover, den ich mir vom Titelbild einer Zeitschrift abkopierte. Es war einfach zu üppig, aber ich habe es fertiggestellt - nach 4 Jahren.

2010-01-31
„Darf ich mir zu Weihnachten was wünschen?“ fragte meine fast 14-jährige Nichte Anfang November. Sie wollte „einen langen Pullover in so modischem Lila und mit großem Kragen“. Seit letztem Jahr um die gleiche Zeit war sie gute 10cm gewachsen, so dass ich schon ahnte, dass das Teil bestimmt nicht unter dem Weihnachtsbaum liegen würde. Das war ihr aber egal.
Damit ich mir eine Vorstellung von „so modernem Lila“ machen konnte, durchstreifte ich Freiburgs Klamottenläden für die jugendliche Zielgruppe. Schließlich entschied ich mich für ein helleres Aubergine, das mir auch nach längerem Stricken keine Netzhautallergie verursachen würde.
Dann machte ich mich an den Entwurf. Nachdem ich eine Weile herumskizziert hatte – ich hatte so eine Art Hängerchen im Sinn – fiel mir ein, dass schon einmal etwas Ähnliches gesehen hatte. Nach einigem Gründeln im Netz hatte ich es gefunden: Abotanicity http://www.knitty.com/ISSUEwinter07/PATTabotanicity.html
Das Modell verlangte nach 500g Sockengarn und mittels geeigneter Suchbegriffe wurde ich schnell fündig. Das Pfund Garn der Marke Filatura Cervinia , ein Sockengarn bekam ich bei Wolle-Hartmut für 12,00 € http://www.erwebhosting.it/cervinia/html/prodotti_det.php?lang=ita&cate=2 .
Die zweifach gewaschene Maschenprobe machte einen guten Eindruck und so legte ich mit Nadelstärke 3 los. Allerdings nicht nach den Vorgaben der Designerin, sondern ich fing den RVO mit einem tieferen Ausschnitt und offenem Anschlag an.
Hier sieht man den Fortschritt nach 100g verstricktem Garn
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ff-jpg.html
Nach dem gerippten Oberteil strickte ich sofort die Ärmel und nicht den Rumpf, wie die Designerin vorschlug. Hier habe ich das Stück über meine Helena gezwängt und man sieht die Dehnbarkeit des Pullovers, der auf Größe 34 ausgerichtet ist. http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-fj-jpg.html
Eine weitere Abweichung vom Original ist der Unterarm-Keil, den ich bei allen Raglanpullovern einarbeite. Die Passform steigert sich um Längen. http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-fg-jpg.html.
Nach den Ärmeln strickte ich den Kragen an. Ich hatte vor, das Garn restlos zu verbrauchen, bzw. der gewünschte große Kragen sollte nicht Opfer einer Wollverknappung werden. Lieber wollte ich den Lochmuster- / Ajourteil kürzer halten.
Nach ziemlich vielen Zentimetern stellte Madame fest, dass das von der Designerin empfohlene Einziehen einer Fangleine nicht schlecht gewesen wäre, denn es fand sich ein Fehler zwölf Reihen weiter unten. Zwei Stunden frickelte ich, bis das Musterbild wieder stimmte. Hier ein Zwischenstadium meines Reparaturversuches http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-fh-jpg.html.
Dummerweise fand ich nach dem Stricken etlicher Zentimeter einen weiteren Fehler, den ich dann aber nicht behob. Hier ein Blick auf das Lochmuster http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-fi-jpg.html , natürlich den fehlerfreien Teil

Auch beim Abschluss des Pulloverkleides wich ich von der Vorlage ab. Die von mir gestrickte Kante rollt sich nach innen, nicht nach außen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-fv-jpg.html
Das Pulloverkleid wurde schließlich am Dreikönigstag abgenadelt und gewaschen. Dabei hat sich das Muster in die Länge gezogen. Die Bilder auf der Knitty-Homepage wurden auf jeden Fall in ungewaschenem Zustand gemacht. In ungewaschenem Zustand des Pulloverkleides, über den Reinlichkeitszustand des Models kann ich keine Aussage treffen
Die Nachbarstochter, die 6cm größer ist als meine Nichte, hat dann gemodelt. Sie ist ein sehr schönes Mädchen, findet sich aber auf allen Bildern hässlich und will für das nächste Mal geeignetes Make-Up auflegen.
Ich habe ihr gesagt, dass sie drunter ziehen kann, was Mädels so tragen und das hat sie auch gemacht.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ft-jpg.html


2010-01-12
Von Kindheit darauf getrimmt zu sein, selbstgefertigte Weihnachtsgeschenke auszuhändigen, reduziert den allgemeinen Geschenke-Schlagabtausch gewaltig. Es gilt die Konvention: nur Kinder werden beschenkt bzw. die Seniorengeneration über 70 Jahre. Als Kinder gelten bei uns auch erwachsene Behinderte. Und bei den Senioren ist vorgeschrieben, dass die Geschenke sich entweder verbrauchen lassen oder einen Bedarf abdecken.
Die Senioren bekamen heuer wieder Fotobücher von den Bildern, die übers Jahr bei Familienfesten und –treffen gemacht wurden. Dieses Jahr waren es fünf individualisierte Bücher, die pro Stück einen Zeitbedarf von ca. vier Stunden haben. Wenn man die Freude der Beschenkten sieht, ist es einem die Mühe allemal Wert. Und ich weiß, dass diese Büchlein auf dem Wohnzimmertisch liegen und immer wieder zur Hand genommen werden.
In diesem Jahr wurde auch die „mittlere“, also gleichalte Fraktion bedacht, zumindest diejenigen, die über einen DVD-Player oder einen Rechner verfügen. Die besagten Familienfotos wurden zu individuellen Fotostories mit unterlegter Musik zusammengestellt und mehrere Stories dann zu einer DVD gebrannt, mit jeweils anklickbarem Thema.
Mittels eines kostenlosen Programms aus dem Internet (Fotostory 3 für Windows) kann man die Megabyte von Bildern, die das Jahr über erzeugt werden, zu zeitgemäßen Betrachtungsmedien verbasteln. Je nach Anzahl der Bilder und der Ausgefeiltheit der Photo-Zusammenstellung kann man auch hier viele Stunden zubringen. Das Programm kann auch von Menschen bedient werden, die ihre Bilder üblicherweise unsortiert und unbearbeitet lassen. Durchschnittlich habe ich pro „Film“-Sequenz 3 Stunden benötigt. Richtig knifflig war dann noch das Mastern und Brennen der DVD (mit dem Programm Nero), sowie das Erstellen von DVD-Covern.
Wie ich von meiner Schwägerin erfuhr, konnte sie ihre Kinder mehrere Nachmittage mit den Stories erfreuen, Nichte und Neffe saßen gebannter davor als vor der Glotze. Auch die ältere Generation vertiefte sich in ihre Bücher und mein behinderter Bruder musste dazu veranlasst werden, die restlichen Geschenke auszupacken, weil er sich gar nicht aufraffen konnte, das Büchlein mit den Bildern von seiner Geburtstagsfeier aus der Hand zu legen.
Unser Sohn gehört zur Kategorie „Kind“ und bekam einen der bereits vorgestellten Herbivores und ein paar Handschuhe in fotografierunfreundlichem Schwarz.

Wenden wir uns also den Strickgeschenken zu. Wieder einmal musste ich meine Annahme korrigieren, Kinderspielzeug wäre ja schnell gestrickt.
Ich fertigte noch einmal ein Schaf nach der Anleitung, die ich vergangene Weihnachten schon genutzt hatte.
http://www.blackberry-ridge.com/samsue.htm . Dafür nahm ich das wunderbare handgesponnene Garn von Martinas Schwiegermutter http://board.stricknetz.net/blog/strickentina/index.php?
Da ich zwischendrin eine längere Pause einlegte, kam ich mit den Anleitungen durcheinander und so wurde es eine Kreuzung zwischen Sam und Sue, ganz ohne Gentechnik.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ew-jpg.html
Für die Füllung nahm ich diese Wollflocken.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ev-jpg.html
Damit wurden unsere früheren Kopfkissen von Zeit zu Zeit aufgepolstert und sie eignen sich für Kuscheltiere ganz hervorragend. Sie haben sogar eine 40-Grad-Testwäsche in der Maschine überstanden.
Auf das zu Sue gehörende Tüchlein habe ich verzichtet, über 200 Reihen sollten dafür gestrickt werden. Da stricke ich doch lieber ein Tuch für einen Menschen als für ein Schaf. Mit Sue habe ich ca. 25 Stunden zugebracht, in der gleichen Zeit kann man schon einen Gutteil eines Pullovers nadeln.
Hier die Rückenansicht http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ex-jpg.html
Und die Bauchzone http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ey-jpg.html

Die Igel nach einer Anleitung von Isolda Teague sind auch nicht an einem Abend gestrickt http://ysolda.com/store/toys/smith/ . Sie machen aber einen Heidenspaß. Auch hier habe ich Garn von Martina verwendet sowie einige Sockenwollreste verbraucht. Für die Stacheln könnte ich mir auch gut meliertes Garn vorstellen oder leicht flauschiges. Die Igelchen standen bis zum Verpacken auf der Fensterbank und so mancher hat sie mal rasch geknuddelt.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-et-jpg.html

Vor einiger Zeit kaufte ich ein paar Anleitungen von Alan Dart.
http://www.alandart.co.uk/pages/products
Sicherlich kann man sich bei diesen Figuren lange Zeit an Geschmacksfragen aufhalten, ich finde sie jedoch weitaus ästhetischer als viele zu kaufende Plüsch-Artefakte.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ep-jpg.html
Die Anleitungen sind präzise im Schritt-für-Schritt-Modus. Aber auch hier sollte man viel Zeit einplanen, wenn man so eine Figur als Geschenk vorsieht. Die Ausarbeitung hat es in sich.
Gestrickt wurde mit Sockenwolle.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-eq-jpg.html

Ich muss zugeben, dass ich ganz besonders stolz darauf bin, dass meine selbstgemachten Geschenke von den Kindern allen anderen vorgezogen wurden. Selbst die tollsten Geräte mit Blinki-Kram und Lärmproduktion wurden nach dem Auspacken liegengelassen. Katze und Schaf wurden unentwegt herumgetragen. Der Neffe bekam noch einige Holzbauteile, die ich aufgrund des Alters wusch , abschliff und mit Leinöfirnis behandelte. Zu den Häusern und Bäumen gab es eine kleine Holzeisenbahn, alles aus alten Beständen unseres Sohnes und der Pflegekinder. Die Eisenbahn hatte die Wäsche in der Spülmaschine nicht ganz ohne Folgen überstanden. Beim heftigen Spielen löste sich ein Rad von der Achse. Das wurde jedoch nicht im mindesten beklagt, sondern war eine willkommene Gelegenheit für den Neffen, Mechaniker zu spielen und mit Klebstoff hantieren zu dürfen. Fast hat er es bedauert, dass die anderen Räder bombenfest saßen.
Die Zeitzusammenstellung habe ich dieses Mal gemacht, um mich bei den kommenden Weihnachtsgeschenken daran zu erinnern, rechtzeitig anzufangen.
Das Strickgeschenk für meine älteste Nichte stelle ich im nächsten Beitrag vor.

2010-01-06
Den Beitrag können man mit „Irrungen-Wirrungen“ überschreiben oder „Odyssee eines Wichtels“.
Dieses Jahr war mir beim Wichteln Cleo Farbenrausch zugelost worden. http://farbenrausch.myblog.de/

Ein Wichtelgeschenk herstellen zu dürfen in einem Garn, was man nicht zuhause vorrätig hat, ist doch etwas Feines. Es berechtigt einen, alle erreichbaren Wollgeschäfte aufzusuchen und dort neben Fachgesprächen das Sortiment zu prüfen und zu begutachten. Für meinen Zweck hatte ich nach langem Suchen die Regia Hand-Dye-Effekt auserkoren, und zwar in der Farbe azurit.
http://www.mariannes-opalwolle.de/oscommerce-2.2ms2-051113/catalog/popup_image.php?pID=5001&osCsid=ac12c9adb7836b39d5aa476263efe8ff
Davon wollte ich Finger-Handschuhe stricken, und zwar jeden Finger in einer anderen Farbschattierung nach einer der genialen Anleitungen von Julia Müller http://www.laris-designs.com/
Zugegeben: es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich für das Modell „Glows“ entschieden hatte, denn die Auswahl ist wirklich verführerisch und bei einem Musterkauf ist es auch nicht geblieben.

Bis Ende November war ich zu 4/5 fertig und nahm den Wichtel auf eine kurze Reise mit. Bei der Ankunft auf dem Freiburger Hauptbahnhof gab es Bombenalarm und man wurde gebeten, Zug und Bahnsteig so rasch wie möglich zu verlassen.
Wir begaben uns also auf einen anderen Bahnsteig um zu schauen, wie sich unsere Weiterreise gestalten würde. Während wir den Fahrplan studierten, muss die Stricktasche abhanden gekommen sein, die ich an den ausgefahrenen Ziehgriff meines Koffers gehängt hatte. Gleich am nächsten Tag rief ich beim Bahn-Fundbüro in Freiburg und in Basel an, weil ich zunächste vermutete, ich hätte die Tasche im Zug liegengelassen. Das schien mir zwar unwahrscheinlich, weil ich extra noch nachgeschaut hatte, aber angesichts der hektischen und ungewöhnlichen Situation durch den Bombenalarm schien mir nichts unmöglich. Der Bescheid der Fundbüros lautete: es sei viel gefunden worden, jedoch keine Stricktasche. In der Tasche befand sich noch ein weiteres Knäuel Baumwolle für ein anderes Projekt sowie ein Werbe-USB-Stick. Der Dieb hat sich hoffentlich vor Ärger Monogramme in den Allerwertesten gebissen.
Wer übrigens meint, Anrufe auf 0180-er Nummern seien mit Preisen zwischen 12 und 60 Cent/min. teuer, der darf eine ähnliche Servicenummer einmal in der Schweiz anrufen. Dort beträgt der nationale Preis 1,50 Schweizer Franken/Minute.
Nun war der 4/5-Wichtel also weg und am darauffolgenden Montag scannte ich erneut die Freiburger Wolleläden – immerhin vier mit großem Sortiment - nach Regia-Ersatz ab. Bedauernd wurde überall mitgeteilt, dass diese Farbe ausverkauft sei und erst in 14 Tagen wieder geliefert würde.
Im Strickstudio Zappe fand ich schließlich adäquaten farblichen Ersatz, ein Merino-Alpaca-Garn von Bremont. Sehr schön weich und überaus geeignet für das Projekt, mit dem ich gleich begann. Annie hatte ich sicherheitshalber von dem Desaster in Kenntnis gesetzt, für den Fall, dass ich nicht rechtzeitig fertig würde.

Es lief auch nicht wünschenswert flott. Aber am 20. Dezember gegen Mittag hatte ich den letzten Faden vernäht und ein paar Bilder im Kasten. Erleichtert packte ich den Wichtel ein und noch sieben weitere Pakete, die anderntags versandt werden sollten. Ich frankierte erst einige Pakete Online, die mit den Blauen verschickt werden sollten, dann zwei Pakete und den Wichtel mit DHL-Online Marken, da ich Hermes keine pünktliche Lieferung zum Heiligabend zutraute.

Hätte ich das doch besser gelassen. Meiner Dauer-Übermüdung war es vermutlich zu verdanken, dass ich Absender und Adressat vertauscht hatte. Als die Paketmarken aufgeklebt waren, wurde mir der Irrtum gleich klar und ich korrigierte handschriftlich die Fehler auf allen drei Paketen. Sicherheitshalber füllte ich aber noch drei konventionelle Paketaufkleber aus. Gleich Montag früh stratzte ich zur Post, wo sich erwartungsgemäß eine Schlange gebildet hatte. Ich sollte dazu sagen, dass unsere Post-Agentur so erbärmlich ist, dass die örtliche Hermes-Paketstelle floriert. Man trifft sich dort zur Paketabgabe und um sich über die Unfreundlichkeit und Inkompetenz der Mitarbeiterinnen auf der Postagentur auszutauschen. Wobei die Inhaberin eigentlich fit und freundlich ist.
Schließlich war ich an der Reihe und teilte der Schalterdame auch meinen Fehler mit. Ich bot an, die bereits ausgefüllten Paketaufkleber über die Online-Ausdrucke zu kleben, aber das wollte sie nicht. Sie meinte „normalerweise geht das nicht, aber ich will es versuchen.“ Ich wandte ein, dass unter diesen Umständen eine Neufrankierung wohl besser sei, aber sie meinte, drüberkleben dürfe man nicht. Im Nachhinein betrachtet wollte sie wohl angesichts der Schlange hinter mir die Angelegenheit rasch abfertigen.
Wieder zuhause rief ich bei DHL an, um zu erfragen, ob denn das Vorgehen der Schalterfrau richtig gewesen sei. War es natürlich nicht, so dass ich die Pakete wieder abholen wollte, aber sie waren bereits weg.

Es kam wie es kommen musste, die Sendungen wurden nicht ausgeliefert. Am 28. Dezember war dann wieder Gelegenheit, der Angelegenheit nachzugehen. Die Pakete waren mittlerweile im Paketzentrum 50km von hier stationiert. Leider dürfe man die Pakete von dort nicht abholen, sagte der Call-Center-Mitarbeiter. Aber er würde veranlassen, dass die Pakete nun „legal“ versandt würden. Gleichzeitig nahm er meine Beschwerde über die Dame an der Post auf. „Aha, ich werde weitergeben, dass dort noch Schulungsbedarf herrscht“, meinte er.

Wir warteten mit dem nächsten Anruf bis zum 2. Januar ab. Ein Paket war mittlerweile bei der Empfängerin gelandet. Die beiden anderen befanden sich noch in besagtem Paketzentrum. Die Call-Center-Dame konnte anhand der Notizen feststellen, dass bei einem Paket die Verpackung beschädigt worden war und daher erst vor Ort repariert werden musste. Hallo?! Was hatten die denn mit meinem Paket gemacht?
Das Wichtelpäckchen läge auch noch da, aber sie würde veranlassen, dass ...
Am 5. Januar: weitere Nachfrage: Die Call-Center-Agentin leitete ihre Ansprache mit den Worten ein: "Frau R., auch ihr sechster Anruf wird Ihnen nur Enttäuschung bringen." Aufgrund eines Serverfehlers konnte man weder eine Beschwerde noch eine Nachfrage starten.
Zum Glück ist der 6. Januar im Norden kein Feiertag, so dass Cleo heute nach 16 Tagen Laufzeit ein Päckchen entgegen nehmen konnte. Ihre Nachricht verursachte bei mir einen größeren Erdrutsch vom Herzen gen Tal. Ich sah mich die Handschuhe bereits ein drittes Mal stricken. Das hätte mir nichts ausgemacht, denn das Design ist wirklich abwechslungsreich und hat einige schöne Details. Beispielsweise, dass die Zöpfe an der einen Hand nach links, an der anderen nach rechts gekreuzt werden.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ej-jpg.html
Hier an der Hand zu sehen
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-ek-jpg.html
Besonders gut gefallen mir an den Designs die langen Schäfte, an denen viel Muster unterzubringen ist.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-en-jpg.html
Es gibt das ein oder andere Fädchen zu vernähen.
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-eh-jpg.html

Cleo ist höchstes Lob zu zollen: sie hat in der ganzen Wartezeit nicht ihren Humor verloren, vielen Dank!
http://www.bilder-hochladen.net/files/1p0s-em-jpg.html

Datensatz 83 bis 92 von 256
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