Willkommen im Stricktagebuch von Michaela |
... und immer ein paar Maschen auf den Nadeln |
| 2005-05-26 | |
| *To kill two birds with one stone* sagt der englischsprechende Mensch gemeinhin, wenn er ausdrücken will, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dies habe ich mit dem rechts sichtbaren Pullover erzielt. 1. Ich wollte schon immer mal einen Pulli mit Wasserfallkragen stricken. 2. Gut abgelagertes Baumwoll-Flammée-Garn aus den 80-ern wurde endlich verwertet 3. Ich brauchte noch ein Geschenk für eine Freundin 4. Die Strickmaschine wurde auch wieder einmal bewegt 5. Ich habe den Pullover nach eigenem Design gestrickt. | ![]() |
| 2005-05-26 | |
| Der Pullover hat Größe 44. Er ist tailliert und hat Kugelärmel. Zum Ausgleich für den Kragen habe ich an Ärmel- und Unterkante noch ein kleines Müsterchen gestrickt. Die Maschine hat das doppelt paraffinierte Garn bei größter Maschenweite gerade noch so verarbeitet. | ![]() |
| 2005-05-09 | |
| Erkennt ihr es? Mal abgesehen von den durch Blitzlicht verschandelten Farben, die im Original Dunkelspinatgrün und Lachs sind. Zwei Restgarne in Leinen-/BW-Mischung wollten aufgebraucht werden. Da von vornherein klar war, dass die 250g Grün mit 125m/50g Lauflänge nicht reichen, habe ich improvisiert und Elsebeth Lavolds *Gyrid* in Michaelas *Spinat mit Lachs* umdesignt. Vom Grün blieb tatsächlich nichts übrig, den Rest habe ich für den Anschlag der Ärmel verwendet. Das Lachs hätte noch gereicht, die Ärmel zwei Reihen länger zu machen. Aber weiß man das vorher? | ![]() |
| 2005-05-06 | |
| Der Strickrausch hat mich ergriffen. Nachdem ich auf dieser Seite war http://www.strickrausch.de/, musste ich mir das Lernpaket beschaffen und habe nun zwei Probeläppchen gestrickt. Sie sind vom Muster her völlig identisch, ich habe nur die Farben geändert. | ![]() |
| 2005-05-06 | |
| Die Muster entstehen durch verkürzte Reihen und Gabriele Kluge hat die raffinierte Technik ganz hervorragend beschrieben. Für einen eigenen Entwurf werde ich noch etwas üben müssen. Die Läppchen sind rechteckig, die Schlieren und die Verzerrung kommen von meiner dilettantischen Aufnahmetechnik. Außerdem habe ich die Probestücke unter eine Glasplatte gelegt. | ![]() |
| 2005-04-25 | |
| Was schenkt man einer Person zum Geburtstag, die praktisch jede europäische Handarbeitstechnik beherrscht? Ihr ganzes Können legt sie in das Gestalten und Färben von sorbischen Ostereiern. http://www.maus-kreativ-handarbeiten.net/eikurs04.html oder hier http://www.sorbische-ostereier.de/g_frset.htm ein paar Beispiele für sorbische Ostereier. Diese Kunstwerke benötigen pro Stück ca. 8 Stunden zur Herstellung. Die Eieruhr war das Ergebnis meiner Überlegungen. Das ovale Kunststrickdeckchen habe ich in einem Beyer-Handarbeitsheft aus dem Jahre 1924 gefunden und anhand der Grafik nachgestrickt. Ich habe es nach dem Waschen in Eiform gespannt und mittels einer Häkelschnur aus dem gleichen Garn am Eimodell befestigt. Kleine Episode am Rande: Das Beyer-Heft habe ich für 50 Pfennig auf dem Flohmarkt erstanden. Darin fand sich auch ein Schnitt für ein Rückenteil, der aus einer Leipziger Zeitung aus dem Jahre 1953 ausgeschnitten war. Ich habe mich über die Zeitungsartikel und die Werbung bestens amüsiert. Die Musterbögen für die Strickdecken mussten allerdings an den Knicken mit Klebeband zusammengefügt werden. | ![]() |
| 2005-04-25 | |
| Ein wenig zum Herstellungsprozess. Lange habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, eine stabile Eiform herzustellen. Dank Franziska http://www.strickeria.ch/stricktagebuch.php und Uta bin ich auf eine Art Holzmachee gestoßen. Dieses besteht aus Holzmehl, Roggenmehl und Kleistermehl und wird mit Wasser angeteigt, danach über Nacht zum Quellen stehen gelassen. Die Negativform stellte ich aus einem Styroporei her, dass ich mit Packpapier umwickelte und mit Folie umspannte. Der Teig wurde ausgewellt und an die Form geschmiegt. Dabei mussten Risse und dünne Stellen vermieden werden. Der Teig brauchte 3 Tage zum Durchtrocknen, dann wurde er von der Form genommen und mit Sandpapier geschliffen. Er bekommt beim Trocknen nicht so extreme Dellen wie Pappmachee, aber ein wenig doch, und die große Spannweite (ca. 20 cm x 30 cm) trug nicht gerade zur gleichmäßigen Oberfläche bei. | ![]() |
| 2005-04-25 | |
| Vor dem Einfärben des Semi-Ovoids wurde das Loch für den Zeigersatz und das Uhrwerk gebohrt. Zuerst habe ich das Ei mit Wasserfarbe gestrichen. Keine gute Idee. Sie deckte zwar gut, erzeugte aber Risse beim Trocknen, die ich mit Holzmachee (was ich vorausschauenderweise aufgehoben hatte) wieder zustrich. Nochmal einen Tag trocknen lassen. Das Lackieren mit farblosem Lack verursachte weitere Probleme, so dass ich im Baumarkt ein kleines Döschen Emaillack kaufte, mit dem die Oberflächenbehandlung hervorragend gelang. Weitere zwei Tage Trocknungszeit wurden der Form gegönnt, bevor die Endmontage stattfinden konnte. Das Material lässt sich übrigens hervorragend bearbeiten und ist ausgesprochen leicht. Man kann es sägen, bohren, schleifen, also wie Holz behandeln. | ![]() |
| 2005-04-05 | |
| Vielen Dank für eure zahlreichen anerkennenden Schreiben *freu* Ich muss noch was nachschieben. Es kamen so viele Anfragen nach dem Muster und was ich mit „Zauberknäueln“ meinte. Das Muster ist 20-Jahre alt und stammt aus Kaffe Fassetts ersten Buch „Glorious Knitting“, bzw. auf deutsch „Phantasievolle Strickvariationen“. Er hatte das Muster damals in einem Mantel, einer Jacke und einem Pullunder verarbeitet, mit Nadelstärke 5 und in verschiedenen Kombinationen. Der Mantel war in Lila- , Magenta- und Brauntönen, alles in Tweed-Optik. Bei der Jacke kam noch Blau dazu und der Pullunder hatte gelbe, rostfarbene, braune und blaue Schattierungen. Den Schnitt und die Machart habe ich selbst entwickelt und an die Figur meiner Mutter angepasst, sie ist eine Frau von Format und wollte daher ein buntes Muster, „welches streckt“. Die „Zauberknäuel“ wurden folgendermaßen gewickelt: Ich maß die Länge der Fäden so lang, dass sie für ca. 2 Reihen reichte. Die Farben verlaufen von hell nach dunkel bzw. umgekehrt. Die einzelnen Fäden wurden teilweise aneinander geknotet, die Fadenenden so lange, dass man sie einweben konnte. Beim anderen Teil ist das eine Ende in das andere gezogen, mit einer langen Stopfnadel. Beim Wickeln und beim Stricken muss man dann aufpassen, dass sich diese Verbindung nicht wieder löst. Knifflig war das Wickeln der Knäuel für die Vorderteile: die Farben sollten an der Seitennaht pass- und farbgenau an das Rückenteil stoßen, auch hier wurde ein Probestück mit zwei Reihen gestrickt und die Länge abgemessen. Bei den Ärmeln habe ich die Fäden nach oben hin verlängert, damit der Farbrhythmus ungefähr erhalten blieb. Da die Musterstreifen nur fünf Maschen breit waren, habe ich nicht eingewebt, sondern die Spannfäden hinten weiterlaufen lassen. Wie die *blauen* und die *roten* Partien aufeinandertreffen, ist nicht gewollt, das ergab sich zufällig. Wenn ich wieder so ein Projekt angehe, werde ich es in Norwegertechnik machen: rund stricken bis oben hin und dann aufschneiden. | ![]() |
| 2005-04-04 | |
| Genaugenommen ist das kein 2005-er Werk, die Jacke für meine Mutter im Fassett-Style; sie wurde schon vor einiger Zeit fertig. Seinerzeit konnte ich kein Bild machen und daher gab es keine Präsentation. Sie ist in Größe 50 und hat ein Futter aus grünem Baumwolljersey. Gestrickt wurde sie mit Nadelstärke 3,75, der einzigen Zwischenstärke, die ich besitze. Ein fast unsichtbares Detail: die Taschen. | ![]() |
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