Willkommen im Stricktagebuch von Michaela |
... und immer ein paar Maschen auf den Nadeln |
| 2012-01-23 | |
| Während des Wartens auf meine nunmehr vierte Nichte habe ich gerade gut Zeit, die Beweislage in punkto „Fertige Strickteile“ zu ändern. Für den älteren Neffen habe ich als Weihnachtsgeschenk das alte Steckenpferd aufbereitet, das ich vor vielen Jahren für meinen Sohn aus einer Socke gefertigt habe. Es wurde gewaschen, die Befestigungen erneuert und die Zügel nachgenäht. Mein 4,5 Jahre alter Neffe hat sofort erkannt, dass es sich um die Umgestaltung eines Sockens handelte, mutierte aber dennoch zum wilden Reiter; der Ausdruck „er ritt über Stock und Stein“ bekam seine lebendige Entsprechung beim Zusehen, wie der Neffe über unwegsames Gelände preschte. Dank Internet gibt es etliche Anleitungen, wie man so ein Steckenpferd basteln kann, während der Kindergartenzeit meines Sohnes habe ich viele davon gemacht, die dann auf dem Bazar gut verkauft wurden. Mein jüngster Neffe bekam aus gleichem Garn eine Pixie-Mütze und einen Ball im Flechtmuster. Die Pixie-Mütze, die auf meinem Mützenkopf ‚Helmut‘ ziemlich bescheuert aussieht, war bei den drei Kindern meiner Schwägerin so begehrt, dass sich darum gestritten wurde, wer sie bekommt. Gestrickt wurde mit Regia-Vulcano 6-fädig und Nadelstärke 3. Die kostenlose Anleitung in verschiedenen Sprachen gibt es hier http://trikoter.blogspot.com/2009/05/trudes-pixielue-med-hals.html Dazu gab es den Ball von Fuzzyjay im Flechtmuster. Die Anleitung besteht nur aus Diagrammen, insofern kann man sich auch nicht beschweren, dass die Anleitung leider nur auf Englisch ist. Die paar Abkürzungen aus dem Englischen kann man gut mit einer Übersetzungsliste für das Stricken umwandeln, die es zuhauf im Internet gibt. Die kostenlose Anleitung für den Ball gibt es nur über Ravelry hier http://www.ravelry.com/patterns/library/entrelac-cube-with-continuous-cables Die Schwägerin war sehr froh, dass sie den Ball mit in die Ferienwohnung nehmen konnte. Das Wetter war so schauderhaft, dass der Bewegungsdrang der Kinder damit wenigstens teilweise abreagiert werden konnte Dem Julekuler-Trend bin ich weitgehend entkommen. http://www.nordland-shop.net/product_info.php/info/p10284_Julekuler.html , ich habe auf den Buchkauf verzichtet. Jedoch hat Heidrun Liegmann eine Anleitung für verschieden große Ballformen in der Technik verkürzter Reihen geschrieben. Daraus habe ich ein Exemplar aus Resten von Stickgarn gestrickt. Die Anleitung dafür gibt es hier http://swing-stricken.de/?p=576 , man sollte davor jedoch die Kursbausteine 1-3 durchgearbeitet oder einen Grundkurs bei www.strickrausch.de absolviert haben. Das Lachsorange hatte exakt den gleichen Farbton wie die eben aufgeblühte Amaryllis. Der Kaleidocyclus für eine meiner Nichten scheint mir etwas misslungen, obwohl sie viel Spaß dran hatte und einen weiteren forderte. Er ist aus Resten nach einer gekauften englischen Anleitung aus Ravelry gestrickt und nach dem Anschauen dieses Videos habe ich meinen Fehler gefunden, die Pyramiden sind durch das Stopfen etwas in die Breite gegangen. Es ist eine echte Präzisionsarbeit, den Schlauch zu stricken, teilweise strickt man rund von innen heraus. http://www.youtube.com/watch?v=tmRN5xFPCqs Die Anleitung gibt es nur auf Ravelry und nur auf Englisch. Zum Abschluss stelle ich noch ein streng mathematisches Strickstück vor, Fortunatus‘ Mütze, in Anlehnung an Fortunatus‘ Glückssäckel http://de.wikipedia.org/wiki/Fortunatus. Fortunatus‘s Purse wird in den Mathematischen Abhandlungen von Belcastro und Yackel über Mathematik in der Handarbeit beschrieben http://www.toroidalsnark.net/mkbook.html . Als Beispiel kann man den Glückssäckel nähen. Ich meinte, dass man es auch stricken könne und trat mit Marie Belcastro in Korrespondenz. Sie skizzierte eine mögliche Vorgehensweise, die ich entsprechend abgeändert habe. Heraus kam eine Mütze für Teddy Eugen, der in unten genanntem Link zeigt, dass sie in unendlich vielen Varianten getragen werden kann. Ausgangspunkt ist ein Möbiusschal aus Quadraten, dem ein drittes Quadrat hinzugefügt wird. Diese Vorübung werde ich im kommenden Winter in eine tragbare Erwachsenenmütze umsetzen. Und vorher werde ich auch keine Anleitung schreiben oder Vorgehensweisen erläutern, näheres kann in genanntem Buch gefunden werden, vielleicht auch per Suchmaschine. Nachdem hier nun die deutsche Uraufführung von Fortunatus‘ Mütze stattgefunden hat, wird das Thema jetzt erst einmal eingemottet und frühestens im Herbst wieder hervor geholt. Mehr Bilder zum Steckenpferd hier http://www.ravelry.com/projects/LanArta/hottehu---hobby-horse-with-instruction Mehr Bilder zur Pixie-Mütze hier http://www.ravelry.com/projects/LanArta/collared-pixie Mehr Bilder zum Ball von allen Seiten http://www.ravelry.com/projects/LanArta/entrelac-cube-with-continuous-cables Größere Bilder zum Kuler http://www.ravelry.com/projects/LanArta/swingy-julekuler-de Kaleidocyclus http://www.ravelry.com/projects/LanArta/knitted-kaleidocycles Fortunatus Mütze http://www.ravelry.com/projects/LanArta/fortunatus-hat | ![]() |
| 2012-01-11 | |
| Nun ist alles Kleinzeug fotografiert, was bisher beendet wurde, jedoch noch nicht präsentabel bildbearbeitet. Und dann habe ich einen Gutschein von Brigitte Freyers "Die-Wolllust" gewonnen, den ich in Garne umsetzen musste. Gewählt habe ich zwei Farbtöne von der Wollgarnspinnerei Ferner aus Österreich. Das Garn kam an und wollte gleich angestrickt werden, und so habe ich eine größere Maschenprobe angefertigt, die man praktischerweise auch gleich als Schal benutzen kann. Als Anregung diente mir 'Wingspan', eine interessante Tuchform mit verkürzten Reihen http://www.ravelry.com/patterns/library/wingspan-2 , Anleitung im Januar kostenlos und nur auf Englisch. Allerdings mit einer Übersetzungsliste leicht nachzuvollziehen, das Tuch bietet mit wenig Aufwand viel Effekt. Bei meinem 'Wingswing' habe ich innerhalb der verkürzten Reihen noch einmal verkürzt, um die organischen Formen zu erzeugen. Das erfordert ein wenig Übung im Stricken mit verkürzten Reihen und das Beherrschen der Technik, die man entweder in Online- oder Präsenzkursen bei www.Strickrausch.de lernen kann. Oder in aufeinander aufbauenden schriftlichen Kursbausteinen von Heidrun Liegmann http://swing-stricken.de/. Ganz klar gesagt: Ich kann hier nicht beschreiben, wie es geht, nicht umsonst hat Kursbaustein Eins 40 Seiten und über 20 Abbildungen. Es macht auch wenig Sinn, Kursbausteine auzulassen. Und zweifellos sind 8-10 Stunden Kurs keine unnütz verplemperte Zeit, sondern notwendig, um die Theorie praktisch umsetzen zu können. Es ist wichtig, sich eine Terminologie aneignen, welche die Basis bildet, das Thema auch theoretisch zu erfassen. Das ist nicht anders als beim Jacquardstricken, beim Maschinestricken oder anderen musterbildenden Techniken, nur etwas komplexer und auf den ersten Blick ungewohnt. Aber das Ergebnis lohnt die intensiveren Mühen mit der Technik. Im Wingswing steckten schon einmal 50 Sicherheitsnadeln, um die verkürzten Reihen zu kennzeichnen, aber was anfangs völlig verworren aussieht, arbeitet sich bei Einhaltung der Regeln ab und es bleibt keine Nadel übrig. Das Garn hat lange Farbverläufe und erstaunlicherweise benötigte ich für das Tuch nur 110g mit Nadelstärke 3,5. Mehr Bilder hier: http://www.ravelry.com/projects/LanArta/wingspan | ![]() |
| 2012-01-03 | |
| Weil zu den Modellen nicht viel zu sagen ist, beantworte ich gleichzeitig auch die Dienstagsfrage des Wollschafs http://daswollschaf.wordpress.com/2012/01/03/die-verstrickte-dienstagsfrage-12012/ , diese lautet: "Mich würde mal interessieren, wo Ihr Eure Anleitungen her bekommt. Denkt Ihr Euch selbst was aus und schreibt eigene Anleitungen, oder kauft Ihr Euch Zeitungen/Bücher, stöbert Ihr im Internet oder tauscht Ihr vielleicht auf Stricktreffen mit anderen StrickerInnen Anleitungen aus? Vielen Dank an Nadja für die heutige Frage!" Von allem etwas, kann man sagen. Häufig habe ich eine Idee und dann wälze ich meine Technikbücher. Danach kann etwas anderes herauskommen als das, was ich mir ursprünglich gedacht habe. Bei den Zeitungen stöbere ich meistens schon in der Bahnhofsbuchhandlung, oft aber auch in den Vorschauen der Zeitschriften im Internet, was geboten ist. Die Zeitschriften kaufe ich von Fall zu Fall. Dann habe ich viele Bücher, wobei Technikbücher und Modellbücher bestimmter Designer/-innen sich die Waage halten. An Stricktreffen bin ich nicht so oft, aber da tausche ich überwiegend Know-How aus, aber bewundere natürlich auch, was die Anwesenden gestrickt haben. Das ein oder andere kommt dann auch auf meine 'Stricken-wollen-Liste' Und natürlich wird auch im Internet gestöbert, das hat in den vergangenen Jahren fast überhand gewonnen. Gerade das vorgestellte Modell hat eine Strickbekannte, Bärbl aus München, im November im www.Strickforum.de vorgestellt. Das Muster hat mir so gut gefallen, dass ich es zunächst auch nachgestrickt habe. Dann trennte ich die fertigen 30cm wieder auf und entwarf einen Schlauchschal, den ich an der Basis mit 154 Maschen begann und nach oben hin etwas schmaler machte, also die Zacken verkleinerte. Ganz faul strickte ich jedoch keine Linksrunden, sondern wendete nach jedem Abschnitt, so dass ich immer rechte Maschen arbeiten konnte. Das Ursprungsmuster stammt von “Kreativ mit Doc_CSK”, eine Website kenne ich nicht. Dieses Jahr habe ich auf meiner Ravelry-Seite auch einen Knitomaten angelegt, auf dem ich die verarbeiteten Garnmeter aufaddiere. Für die beiden Cowls, also Schlauchschals, habe ich insgesamt 682 Meter vernadelt, oder auch ca. 180g, mit Nadelstärke 4mm. Der grüne Schal ist mit Drops Delight gearbeitet, beim anderen weiß ich es nicht mehr, weil keine Banderole mehr dran war. Und was weitere Statistiken anbelangt: das neu gekaufte Garn werde ich bei Ravelry registrieren. Ich will doch mal wissen, wieviel ich von 'alten' Vorräten bzw. von neu Beschafftem verarbeite. Wobei ich mit alten Vorräten alles Garn meine, das 2011 und früher eingezogen ist. Die beiden Modelle kann ich nun auch aus der UFO-Liste tilgen, nachdem sie hier vorgestellt wurden. Hier noch einige Bilder http://www.ravelry.com/projects/LanArta/wellenschlauch---wavy-cowlette | ![]() |
| 2011-12-26 | |
| Der heutige Beitrag wird kurz und knapp, es werden nur die maschinengestrickten Sachen gezeigt. Ich konnte Regia Kaffe Fassett Design Line für 1 € das Knäuel ergattern und habe davon für Freunde einige Sachen gestrickt. Zunächst eine Baskenmütze nach dem Muster von Diana Sullivan. http://diananatters.blogspot.com/2010/09/new-video-today-machine-knit-tam.html Dazu ein Dreieckstuch. Das diente mir gleichzeitig als Übungsstück für ein anderes Projekt. Ich habe mir an dem Tuch einige Grundprinzipien angeeignet. Generell ist es ja so, dass man an der Maschine nur 200 Nadeln für die Breite zur Verfügung hat. Man muss also Techniken entwickeln, wenn man diese Einschränkung überwinden möchte. Bei diesem Tuch hätte ich die Fransen besser weggelassen. Sie wurden gleich mit eingestrickt und haben mich mehr als doppelt so viel Zeit gekostet, sie hinterher fertig zu knüpfen. Die Anleitung dazu findet man hier http://www.northtipton.com/triangle_shawl_with_fringe.htm Für den zugehörigen Herrn gab es Mütze und Schal, die Mütze wurde nach dieser Anleitung modifiziert. Die Mütze ist beidseitig tragbar http://www.nataliesknitting.com/Hat%20Reversible.html Diese beiden Garnituren sind für sportliche Menschen, daher auch im rustikalen Garn angefertigt. Es gibt ja nur wenige Maschinenanleitungen im Netz, das meiste muss man sich selbst herleiten. Den Pullunder für meinen Vater habe ich am Heiligabend morgens um fünf beendet. Er hatte ihn sich wenige Tage vor Weihnachten gewünscht, mir aber freigestellt, ihn anzufertigen, wenn ich Zeit hätte. Das Zickzackmuster habe ich auf der Lochkarte erstellt. Es ist ein Fangpatentmuster und basiert auf der Technik, dass die musterbildenden Maschen nicht abgestrickt werden, sondern über zwei Reihen auf der Nadel liegen bleiben. Das Muster ist von Regine Faust, eine Strickerin die aus Deutschland ausgewandert ist und mehrere Bücher mit ihren phantasievollen Mustern und Lernkursen herausgegeben hat. http://www.velvethighway.com/RFpages/finding_regine.html Das Garn ist Fabel von DROPS http://www.garnstudio.com/lang/de/visgarn.php?garn=Fabel Da der Pullunder von einem Model präsentiert wird, das 20cm größer ist als der Eigner, sieht er auf den Bildern etwas kurz aus, zumal er da noch nicht gewaschen ist. Bleiben noch zu zeigen: • Die Spielsachen und Kleinigkeiten für die Nichten und Neffen • Zwei Wellen-Cowls, die noch rasch in Päckchen mussten. Den Wellenschal habe ich stattdessen aufgetrennt. Sind noch fertig zu stellen • Der Islandpulli • Fair-Isle-Tuch • Lorenz-Manifold • Auguste-Pullover • Heliotrope aus der Interweave-Knits. • Kniestrümpfe in Fair-Isle Mehr Bilder hier http://www.ravelry.com/projects/LanArta/machine-knit-a-tam http://www.ravelry.com/projects/LanArta/triangle-shawl-with-fringe http://www.ravelry.com/projects/LanArta/reversible-hats-for-charity http://www.ravelry.com/projects/LanArta/zacko-westover | ![]() |
| 2011-12-13 | |
| Von den Projekten aus dem vorigen Eintrag konnte ich einiges abarbeiten. Das Neffenspielzeug, das aber vermutlich nicht der Neffe, sondern jemand anderes bekommt, kann von der Liste gestrichen werden. Den Plattierschal habe ich nicht weiter bearbeitet, sondern statt dessen ein Dreiecktuch und eine Baskenmütze auf der Maschine gestrickt, darüber wird dann beim nächsten Mal berichtet, wenn die Photos gemacht sind. Ebenfalls fertig ist der Wellenschal. Obwohl: statt des Wellenschals habe ich in gleicher Technik aber anderem Garn einen Wellen-Cowl gemacht, auch dieser kommt in einen anderen Beitrag. Heute soll von dem grauen Ensemble berichtet werden, das sich meine Nichte gewünscht hat und der Mütze im Flechtmuster. Auf der Suche nach verfeinerten Techniken für das Flechtmuster oder neudeutsch Entrelac bin ich auf Fuzzyjays Seite gestoßen http://fuzzyjay.blogspot.com/2009/12/ribbed-entrelac-hat.html Jay hat etliche Flechtmuster entwickelt, die beidseitig gut aussehen und auch zeichnerisch hervorragend dargestellt, wie sich so eine Mütze entwickelt. Kinderleicht, kann ich nach dieser hervorragenden Erklärung nur sagen. Was mich beim traditionell ausgeführten Flechtmuster extrem stört, sind drei Sachen a) Die zweite Farbe schimmert beim Zusammenstricken immer durch b) Eine Masche geht durch das Aufnehmen der Randmaschen verloren und das Rechteck wird dadurch noch gelängt c) Die Randmaschen bilden große Schlaufen oder wellige Hubbel, je nachdem, wie sie gestrickt werden. Anhand der Mütze und der Stulpen habe ich also verschiedene Techniken ausprobiert, was an der Mütze für den Meinigen deutlich wird. Für das seitliche Aufnehmen der Randmaschen hat Jay eine schöne Technik entwickelt, die er auch in einem Video auf seiner Seite präsentiert. http://fuzzyjay.blogspot.com/2010/03/perfecting-perpendicular-pickup.html Dabei bleibt nicht nur die Randmasche erhalten, sondern es entsteht auch nicht so ein doofer Wulst. Und auch auf der Rückseite sieht es noch klasse aus. Für das Zusammenstricken hat er ebenfalls eine Lösung angeboten, die ich aber nicht verstanden habe. Jay wollte noch ein Video darüber machen, ich hoffe, das kommt. Ich habe ihn angeschrieben, ob er in dieser Hinsicht noch tätig werden will. Ich habe derweil eine eigene Lösung entwickelt, die mich auch sehr zufrieden stellt und vor allem das Durchschimmern der anderen Farbe beim Zusammenstricken vermeidet. Mangels Videokamera kann ich nicht zeigen, was ich da mache und die Einzelfotos sind nicht im mindesten aussagekräftig. Ohne Bilder nutzt auch das Beschreiben nichts. Die Mützen habe ich ohne abzuketten mit einem I-Cord versehen, eine sehr patente Lösung. Bei den Handstulpen ist ein Daumenloch eingearbeitet und die Oberkante habe ich mit verkürzten Reihen gearbeitet. Auf diese Weise konnte ich das Bündchen direkt anstricken, ohne erst vorher abzuketten, wie ich es ganz früher gemacht hätte. Dadurch habe ich auch nur zwei Fäden pro Strickstück vernähen müssen, den Anfang und das Ende. Ohne diese Verfeinerungen würde ich das normale Flechtmuster fast als etwas grobschlächtig bezeichnen. Wenn man sich die anderen Beispiele auf Jays Website ansieht, erkennt man erst, was aus dieser Technik noch alles herauszuholen ist. Dann noch eine Frage, die mich als Kind schon beschäftigt hat: wozu sind die Bommel? Stashbusting? Dann gibt es ja noch Bommel am Bändel. Geht der Nutzen wirklich über die Verzierung hinaus? Auf Ravelry gibt es wieder deutlichere Bilder http://www.ravelry.com/projects/LanArta/gris-en-gris---reversible-entrelac-ensemble Dann steht also noch in der UFO-Liste: - Fair-Isle-Tuch - Islandpullover - Fair-Isle-Strümpfe - Pullover für den Sohn - Häkeldecke/Tuch - Lorenz-Manifold | ![]() |
| 2011-11-25 | |
| Am 11.11. um 11.11 Uhr hatte ich genau 11 angefangene Objekte (AOs). Dabei ist es noch nicht einmal so, dass ich die unbeendeten Stücke nicht gern gearbeitet hätte, sondern ich ließ mich dazu hinreißen, immer neue Projekte zu beginnen. Jetzt habe ich aber die Bremse angezogen, schon das Auflisten hat mir den Schock in die Glieder getrieben. Die AOs im Einzelnen • Eine im Sommer begonnene Häkeldecke aus Konengarn für unseren Glas-Esstisch. Irgendwann konnte ich nicht mehr nachvollziehen, wie viele Zu- und Abnahmen getätigt werden sollten. Da es sich um ein eigenes Design handelt, muss ich mich da erst wieder einarbeiten. Wer hat es schon nötig, Notizen zu machen? Im Falle, dass der Läufer nicht zum Tisch passt, kann man ihn auch als Stola tragen. Ich erinnere mich noch, dass ich mittlerweile pro Häkelrunde einen ganzen Abend benötige. Fünf bis sieben Runden sind noch fällig. • Auf der einen Strickmaschine hängt ein Schal, der plattiert werden will, das ist eine besondere Technik auf der Maschine. Weil dabei Maschen hin- und her gehängt werden müssen, habe ich wohl die Lust verloren. Der Schal ist das Pendant zu einem anderen mit inversen Farben und als Paar sind sie dann für ein befreundetes Paar. • Für meine Nichte habe ich die gewünschte graue Garnitur bestehend aus Mütze und Stulpen begonnen. Das Grau strickt sich furchtbar zäh. • Für den Angetrauten gibt es eine Mütze im Rippenflechtmuster. An diesem Strickstück habe ich verschiedene Techniken des Zusammenstrickens ersonnen und geübt und auch eine Methode des Maschen-Herausstrickens entwickelt, bei der man nicht nur die Maschen sofort im Rippenmuster herausstricken kann, sondern die Naht wird auch nicht wulstig. Im Grunde fehlt nur noch die abschließende Dreiecksreihe, die ich gemäß einem Tipp aus dem Internet gleich mit einem Kordelrand abschließen möchte. • Für den Angetrauten habe ich schon lange einen Islandpulli angefangen, Korpus und ein Ärmel sind so weit, dass die Rundpasse angefangen werden kann. Der andere Ärmel ist begonnen. • Das halbe Dutzend macht ein Wellenschal voll, das Muster habe ich von einer Strickbekannten bekommen. Ich stricke mit Karbonstricknadeln mit einem Glasperlenabschluss, der wundervoll aussieht. Der Rapport des DROPS-Delight Garns in Grüntönen hört gar nicht auf, der Schal ist 30cm lang und es gibt noch keine Wiederholung. • Als Weihnachtsgeschenke für die Nichten und Neffen habe ich einige Spielsachen aus der Geometrie begonnen. Hier bin ich noch unentschlossen, ob diese weiter geführt werden. • Aus dem schönen Aade long Garn von Lanafina habe ich ein Fair-Isle-Tuch angefangen. Das wird in jedem Fall weiter gestrickt. • Dann habe ich ein weiteres Lorenz-Manifold begonnen, in ganz dünnem Häkelgarn. Dieses Mal soll es aber nicht von der Decke hängen, sondern als drehbare Skulptur beendet werden. Die Idee habe ich von Monka. • Für den Sohn sollte der Pullover Auguste aus der Knitty gestrickt werden. 15cm Handstrick ist schon vorhanden, allerdings werde ich diese auftrennen und versuchen, den Pulli mit der Maschine zu fertigen. • Mit dem schon lange vorhandenen Shikisai-Garn von Noro wurde der Kurzarmpulli Heliotrope aus der Interweave-Knits begonnen. Ich stecke irgendwo in der Rundpasse und habe gesehen, dass ich die Konstruktion etwas ändern werde, so dass der Pulli hinten höher den Hals hinauf geht. • Für den Angetrauten habe ich ein Paar Kniestrümpfe in Fair-Isle angefangen. Allerdings platzt die Sockenschublade aus allen Nähten und ich habe angekündigt, dass ich an den Socken erst dann weiter arbeite, wenn er die Schublade von durchgelaufenen, nicht mehr stopfbaren Strümpfen befreit hat. In der Tat habe ich auch etwas beendet, nämlich drei Eulenschals für Großmutter und Enkelinnen zu Weihnachten, also meine Schwiegermutter und zwei Nichten. Das Muster ist ‚Hogwarts Express‘ von Susan Ashcroft http://www.ravelry.com/patterns/library/hogwarts-express . Einen anderen Link habe ich zum Thema nicht gefunden. Das Muster ist über Ravelry zu kaufen, ausschließlich auf Englisch. Die drei Euro haben sich da schon gelohnt. Angefangen habe ich die Schals während des Streiks der Bahn und des Öffentlichen Nahverkehrs, so dass ich die Wartezeiten intensiv und ergiebig nutzen konnte. Der Schal für meine Schwiegermutter ist aus Aldi-Sockengarn, das schon einige Jahre im Vorrat dümpelte. Es sind genau die Farben, die meiner Schwiegermutter gefallen. Zudem ist sie Eulensammlerin, und dieses Tier ist in ziemlichen vielen Ausprägungen in ihrer Wohnung zu sehen. Eine gestrickte Variante existiert meines Wissens noch nicht. Das Aldi-Garn der Marke „Hobby“ hat in der Handwäsche extrem gefärbt, das wird vermutlich mein letzter Sockengarn-Kauf bei Aldi gewesen sein. Das Knäuel rosa Baumwoll-Sockengarn von Lang kam mit einem Wollkauf als Dreingabe. Ich wusste schon, dass dies ein Nichtenprojekt würde und so kam Nr. 2 zum Eulentrio. Die Farbe würde ich als „Ferkel im Schlamm“ bezeichnen. Meine Nichte, die ein großer Outdoor-Fan ist, passt genau zum Schal. Das melierte Knäuel ist Merino 150 von Lang. Ich hatte daraus schon zwei Projekte gemacht, die mir beide nicht gefallen hatten und wieder aufgetrennt wurden. Der Eulenschal „Eulila“ ist nun aber die endgültige Bestimmung des Garns. Auch bei den Perlen konnte ich auf Vorräte zurück greifen. Ich trennte eine Kette auf, die ich mit 14 Jahren gefädelt hatte und oft trug. Nun kommen die Perlen neuer Verwendung zu. Die Perlen habe ich übrigens nicht aufgefädelt und eingestrickt, sondern mit einer Häkelnadel auf die Masche gehoben und dann gestrickt. Ich finde, so kann man die Perlen besser positionieren, obwohl es mehr Arbeit macht. Die restlichen Perlen werde ich unter den Nichten als Weihnachtsgeschenke aufteilen und mir für zukünftige Perlenprojekte geeignete Perlen besorgen, sozusagen mit der Häkelnadel bewaffnet. Wir haben in Freiburg einen gut sortierten Perlenladen namens „Perlplex“. Drei Weihnachtsgeschenke vom Tisch, yeah! Bequemer Bilder gucken kann man hier bei Ravelry auch als Nichtmitglied. http://www.ravelry.com/projects/LanArta/hogwarts-express | ![]() |
| 2011-11-13 | |
| Im August war ich auf dem Chaos Communication Camp http://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_Communication_Camp und habe dort auch selbst ein Projekt angeboten, mit dem Namen „Knitting Messages“ http://events.ccc.de/camp/2011/wiki/Knitting_Messages . Das Thema fand breites Interesse mit Teilnehmern aus aller Welt (ja, auch Männern) und aus der Fülle meiner Angebote hat man sich dann auf einen Vorschlag geeinigt. Angeboten hatte ich das Stricken von Barcodes bzw. QR-Codes, bzw. Semacodes, das Stricken von Morse-Codes und diverse Themen aus dem Guerilla-Knitting-Umfeld. Letzteres fand besonderen Anklang und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten sowohl an einzelnen Projekten auf dem Camp-Gelände als auch an unserem gemeinschaftlichen Projekt. Das „Maskottchen“ bzw. Wahrzeichen des Chaos Communication Camps ist die sog. „rOket“. Sogar die Eintrittskarte für das Camp war nicht nur in Raketen-Form, sondern mit einer wieder aufladbaren Energiezelle ausgestattet. Die Rakete konnte sogar programmiert werden, ich habe es immerhin geschafft, sie mit meinem Namen zu personalisieren und eine Blinkanlage zu installieren. Andere konnten sogar eine Installation entwickeln, Camp-Teilnehmer anhand ihrer Rocket zu identifizieren. Eine Strickerin hat umgehend eine Hülle darum gestrickt, bzw. gehäkelt, Bilder und Anleitung hier. http://friederike.wunschik.net/2011/08/10/knitting-at-the-camp/ http://3.asset.soup.io/asset/2297/3251_ba03_390.jpeg Und so sieht das Teil im Original aus http://engineeringarts.files.wordpress.com/2011/08/r0cket.jpg , das Bild wurde der zugehörigen Website von engineeringarts entnommen. Aber zurück zu unserem Strickprojekt. Das Original der r0ket heißt „Heart of Gold“ und begleitet jedes CCCamp. http://cdn.geolocation.ws/geolocation_media/flickr2/0603/l-006039013852-%28150x1000%29.jpg Die Heart of Gold ist im Original 6,5m hoch und wir hatten beschlossen, ihr einen Feuerschweif anzufertigen. Jeden Tag kamen neue Exponate hinzu und wer wieder eines fertig hatte, befestigte es. Das Projekt zog jeden Tag neue Blicke und Fotografen auf sich und es wurde an einem Tag ein Radiointerview gemacht und für einen Französischen Privatsender wurde sogar ein Filmbericht gedreht, auch in etlichen Privatblogs taucht das Projekt mit Bildern oder Filmchen auf. Wer mag, darf bei Vimeo oder anderweitig im Netz danach suchen ;-) Neben der Heart of Gold gab es noch einzelne Projekte, die ich am besten über Ravelry zeige, weil man da bequem alle Bilder auf einmal anschauen kann . http://www.ravelry.com/projects/LanArta/knithacking-on-ccc-in-finowfurt-more-pictures-inside Wir trafen uns zum Projektstricken täglich zwei Stunden im Zelt von OpenLeaks und ansonsten verfolgte jeder noch eigene Knithackings. Ich wurde beispielsweise gebeten, für die Verkaufspromotion ein besonderes Kabel einzustricken, was tatsächlich zu größeren Verkaufserfolgen führte. Und dann hatte ich mir vorgenommen, dem als DJ umgestalteten Lenin einen Schal anzufertigen. Simpel, könnte man meinen. Aber was für den Menschen ein einfaches Bekleidungsstück ist, gestaltet sich für ein 6,5m hohes Monument als größeres Unterfangen. Das Befestigen am Lenin selbst war für mich als Schwindelfreie kein Problem, aber der Schal, der an einem Normalgewachsenen Stolagröße hat, nahm sich an der Statue als kleines Fleckchen aus. Nun ja, mehr war in der kurzen Zeit nicht zu leisten. Mehr Bilder hier http://www.ravelry.com/projects/LanArta/lenin-once-differently Das war also die Ausbeute des Chaos Communication Camps. Später habe ich noch weitere Guerilla-Strick-Projekte angefertigt, eines sogar 14 Quadratmeter groß. Aber davon soll ein andermal berichtet werden. | ![]() |
| 2011-10-23 | |
| Mein Vorhaben, hauptsächlich Garne zu verarbeiten, die bereits länger lagern, konnte ich mit den Weihnachtsgeschenken für meinen Bruder und meinen Schwager weiter umsetzen. Diesmal habe ich sogar ein Garn weggeschafft, das man womöglich aus sentimentalen Gründen aufheben müsste: das Hauptgarn des Schals „Spectra“ von Stephen West http://westknits.com/index.php/pattern/scarves-cowls/spectra/ war meine allererste gewonnene eBay-Auktion und ist somit 11 Jahre alt. Es ist ein Superwash-Wollgarn mit 176m/50g. Das matte Grün wurde mit 50 g DROPS Delight, Farbe 9 kombiniert. Letztere Wolle lagerte *hust * ungefähr ein halbes Jahr im Stash und sollte eigentlich verskewt* werden. Dann stellte ich aber fest, dass es hervorragend auch zu einigen anderen Resten passt und wurde verarbeitet. Ich bin fast sicher, dass man das Garn noch eine Weile nachkaufen kann Mein Schwager ist ein eher konservativer Typ und so bekam er einen einfachen Streifenschal. Die Felder in Grüntönen und verkürzten Reihen habe ich mit Streifen aus DROPS Delight eingefasst. Der Schal ist weitgehend kraus-rechts gearbeitet und wiegt 110g, es wurden also nur 60g Altgarne weggeschafft, aber wie heißt es so passend? Many a mickle macks a muckle. Ich habe jeweils mit Nadelstärke 3,5mm gestrickt und die beiden Schals fallen sehr weich. Nach dem Waschen habe ich sie einfach auf dem Teppich trocknen lassen, ohne Spannen. Eine Anleitung möchte ich dafür nicht verfassen, aber wer sich die Technik der verkürzten Reihen aneignen möchte, kann das entweder bei www.Strickrausch.de oder über ein schriftliches Tutorial von Heidrun Liegmann-Halama http://swing-stricken.de/ In Ravelry können auch Nichtmitglieder die beiden Schals betrachten. http://www.ravelry.com/projects/LanArta/spectra http://www.ravelry.com/projects/LanArta/jurgens-christmas-gift-2011 * http://knitty.com/ISSUEwinter09/PATTskew.php | ![]() |
| 2011-10-10 | |
| Mit dem ersten Auftauchen von Lebkuchen, Adventskalendern und Spekulatius fällt auch der Startschuss für die Weihnachtsstrickerei. Dieses Jahr habe ich ihn nicht überhört und kann bereits mit ersten Geschenken prahlen. Mein Vorhaben „Altgarne“ abzuarbeiten, setze ich bis auf wenige Ausnahmen konsequent um. Für die beiden Modelle von Stephen West http://westknits.com/index.php/pattern/ habe ich zwei Garne völlig aufgebraucht. Beide Shawls wiegen auch exakt gleich: 104 g. Das bunte Garn ist von Dibadu „Wild Funnies“ http://www.dibadu.de/ und war ursprünglich für andere Zwecke vorgesehen, aber in Kombination mit dem Cashmeregarn sind das nun zwei gleichwertige Geschenke geworden. Das Cashmeregarn stammt aus einer Haushaltsauflösung einer sehr alten Dame. Das Garn besteht aus 70% Cashmere und 30% reiner Shurwolle mit einer Lauflänge von 104 m /20g. Hergestellt wurde es von der Seiden- und Garn GmbH in Freiburg, einer Firma, die seit Jahrzehnten nicht mehr existiert. Beide Garne wurden vollständig vernadelt, beim Abketten des zweiten Tuches hätte ich fast hyperventiliert, ich stand unter Hochspannung bei der Überlegung, ob das Garn zum Abketten reichen würde oder ob ich an die 600 Maschen zurückstricken darf, 1200, wenn man die zweite Reihe bedenkt, deren Garn man für den Abkett-Rand benötigte. Es blieb ein Abschnitt von ca. 16cm zum Vernähen. Um die Nadelstärke 3,75mm zu erzielen, befestigte ich die beiden Hälften der durch Bruch halbierten KnitProPaare 3,5mm und 4mm an einem Seil. Da ich fest und gleichmäßig stricke, sieht das Gewebe sehr regelmäßig aus und hat einen guten Fall. Und die Nadelfragmente kommen auf diese Weise nochmal zum Einsatz. Abgelichtet wurden die beiden Modelle auf dem Vorplatz unseres befreundeten Schlossers. Ich bitte darum, die Zuordnung zu den Figuren nicht auf meine Schwägerinnen zu übertragen, ich habe zu beiden ein recht gutes Verhältnis. Ich finde es immer genial, was Norbert aus Abfällen noch herstellt. Zu Beginn der Ausstellung fanden viele die Figuren sehr schräg, aber wer etwas auf sich hält, hat so ein Teil im Vorgarten stehen. Akimbo, das Tuch mit den Zacken, gefällt mir persönlich besser als Daybreak. Aber das hat natürlich viel mit der Garnkombination zu tun. Daybreak hat sich schneller gestrickt. Die Schwager werde auch mit Westgestrick zwangsbeglückt, ich hoffe, dass der kommende Eintrag ins Stricktagebuch nicht allzu lange auf sich warten lässt. Übrigens habe ich beide Tücher nicht gespannt, eine Methode, die nur bei Extrem-Lochmustern angebracht ist, wie ich finde. Einfaches feucht-Auslegen und in-Form-Streichen nach dem Waschen reicht völlig. Meine Schwägerinnen werden aufgrund ihrer kleinen Kinder mit Sicherheit nicht mit Myriaden von Stecknadeln den Teppich perforieren, wenn sie die Tücher einmal waschen müssen. Die Anleitungen kann man auf der oben genannten Seite erwerben, meines Wissens existieren keine Übersetzungen ins Deutsche. Mehr Bilder gibt es über die beiden Ravelry-Links, die auch Nichtmitgliedern offen stehen. http://www.ravelry.com/projects/LanArta/akimbo http://www.ravelry.com/projects/LanArta/daybreak | ![]() |
| 2011-09-19 | |
| Dass der Strick-Content etwas warten musste, hat damit zu tun, dass ich in den letzten vier Wochen hier eingebunden war http://www.staufener-zeitreise.de/ Ich spielte die Biedermeier-Hausfrau im Stück „Der Ruf nach Freiheit - 1848“, die Badische Revolution, welche in meinem Wohnort ihren Ausgang nahm. Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen fotografiert und gefilmt wurde. Abends stauten sich die Anrufe auf der Mailbox, wer mich alles in der Zeitung oder in Filmausschnitten der lokalen Fernsehsender gesehen hat. Dabei hatte ich weder eine spektakuläre Rolle noch ein aufwändiges Kostüm, aber der Gesamtauftritt unserer Truppe ist aus einem Guss und wir harmonieren hervorragend. Die ganze Probezeit umfasst insgesamt vier Wochen und es sind für die zehn Stücke, die aufgeführt werden (und jedes Jahr wechseln, bis auf unseres) 600 Schauspieler und andere Mitwirkende im Einsatz. Nicht zu vergessen, die ganzen Helfer, die die Infrastruktur ermöglichen und uns alle unterstützen. Und das in einem Ort mit 7800 Einwohnern. Eine Regisseurin vom Stuttgarter Theater war einmal da und fragte, wie die Stadt die 2 Millionen Euro aufbrächten, die so eine Aktion wohl kosten würde. Sie konnte es nicht glauben, dass die Gesamtausgaben bei nur etwa 60.000 € liegen, die zum großen Teil wieder eingenommen werden. Wer SWR-Fernsehen empfängt: am Sonntag, dem 25. September um 18.45 Uhr kommt ein halbstündiger Bericht über das Ereignis. Wir treten übrigens fast alle in Originalkostümen auf. Ob Mittelalter, Rokkoko oder Biedermeier, Gründerzeit oder 20-er Jahre: alles echt. Einer der größten Erfolge ist das Stück „Schwarzwälder Kirsch“, das in den 50-er Jahren bei uns im Ort als einer der erfolgreichsten deutschen Filme gedreht wurde. Einigen ist noch Dietmar Schönherr ein Begriff, der damals einen jungen Liebhaber spielte. (In unserem Sprachgebrauch heißt das Stück nur „Schwarzwälder Kitsch“, denn die Betulichkeit der 50-er Jahre-Filme kommt voll zum Tragen). Das Publikum unterteilt sich in drei Gruppen: die älteren, die sagen ‚ach, wie schön, ganz wie früher‘ und die Jüngeren, die sich kringeln vor Lachen. Die dritte Gruppe amüsiert sich über die beiden anderen. Auch hier Originalkostüme und Fahrzeuge. Dank des größten badischen Kostümverleihs, der bei uns ansässig ist, können alle ausgestattet werden, und sogar viele der Besucher leihen sich im Funduz für dieses dreitägige Ereignis Kostüm, Perücke und Zubehör wie Schmuck, Gürtel oder Taschen, sowie Umhänge und Capes. Übrigens wurden auch die meisten Kleidungsstücke und Accessoires für die drei Ausgaben „In 80 Socken um die Welt“ hier ausgeliehen. Womit wir nun endlich beim Thema Stricken wären. Da es am Sonntag von 29 Grad auf 12 Grad abgekühlt hatte, war es gut, dass ich ein Stricktuch im passenden Stil des Biedermeier dabei hatte. Allerdings war es eine Stola, und nun habe ich auch endlich einmal feststellen können, welche praktischen Unterschiede zwischen Stola und Dreiecktuch sind. Ich hätte nämlich sehr gerne ein Dreiecktuch gehabt, damit ich mich auf die untere Spitze des Tuches hätte setzen können, während weiter oben Nieren, Schultern und vor allem meine nackten Unterarme bedeckt gewesen wären. Die Stola erfüllte die Bedürfnisse für den Outdoor-Bedarf nur unzulänglich. Die „Schöne Helena“, meine Schneiderfigurine, hatte es satt, immer mit offenem Hals zu präsentieren und ich war das Gefummel mit Tüchern leid, die den klaffenden Schlund bedecken sollten. Daher strickte ich aus 100g wollweißer Restewolle einen ‚Halskragen‘, der sowohl für spitze als auch für Rundausschnitte geeignet ist. Das Garn habe ich Ende der 80-er in einem Ausverkauf entstanden und es ist der Rest einer Jacke, die ich seinerzeit in lauter Weiß-Tönen gestrickt hatte. Die Jacke wurde übrigens noch waschfeucht vom Wäscheständer gestohlen, ich hatte sie seinerzeit im Treppenhaus zum Trocknen aufgehängt – im dritten OG. Hier gibt es mehrere Bilder davon http://www.ravelry.com/projects/LanArta/capelet-pour-la-belle-helene---halsprotektor-fur-die-schone-helena Einen Nachteil habe ich schon bemerkt: da das Teil im Raglanschnitt gestrickt ist, sieht man die Abnahmestellen zum Hals hin. Ich werde vermutlich noch einen schwarzen Kragen stricken, und bei diesem werde ich die Abnahmen ca. 15 cm vor der Halskante immer verteilt machen, damit man keine Linie sieht. Dann brauchte unser mittlerweile acht Jahre altes Auto einen neuen Kühlerhaubenschoner Dazu habe ich das Modell „Whirlpool Scarf“ genommen, dass hervorragend mit dem Fahrzeug harmoniert Nein, natürlich wird das Tuch sich um einen bisher noch unbekannten Hals schmiegen. Es wurde aus den Resten der Tunika „Anstatt einer Reise an die Cote d’Azur“ angefertigt, Nadelstärke 4. Die Anleitung gibt es nur auf Englisch bei Ravelry. Wer das Tuch „In the pink“ gern gestrickt hat, wird auch hier seine Freude haben. Allerdings werden viele Reihen Maschen links verschränkt zusammen gestrickt. Ich hatte beim Verbrauch gut, aber nicht perfekt geschätzt: genau vor der Abkettreihe ging das Garn aus und ich habe ein passendes türkises Baumwollgarn von Lanartus zum Abnadeln genommen. Insgesamt wiegt der Schal 236g. Hier noch mehr Bilder http://www.ravelry.com/projects/LanArta/whirlpool-scarf | ![]() |
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